Der amerikanische Patient
Rege ist der Austausch zwischen britischem und amerikanischem Theater seit jeher. In schöner Regelmäßigkeit nisten sich Broadwayhits im Londoner West End ein, und englische Erfolge reisen in die Staaten. Autoren wie David Mamet, Neil LaBute oder Tracy Letts haben oft in Großbritannien ihre europäische Erstaufführung und werden so viel gespielt wie in ihrer Heimat.
Nun ist eine besonders hohe Welle über den großen Teich auf die kleine Insel geschwappt: Ganz abgesehen von den US-Langzeitschlagern in den kommerziellen Hauptstadttheatern wie «The Body Guard», «Book of Mormon» oder «Jersey Boys» gibt es aktuell eine Amerikanische Spielzeit am Theatre Royal Bath, eine weitere am Londoner Gate Theatre, und das Almeida Theatre hat den New Yorker Kultroman «American Psycho» in ein Musical verwandelt. Als Gegengewicht liefert das Royal Court einen ungerührt britischen, hochaktuellen Blick auf das internationale Spielfeld Fußball.
Die Ankündigung des Almeida Theatre, aus Bret Easton Ellis’ bluttriefender Kapitalismussatire «American Psycho» ein Singspiel zu machen, hielt manch Londoner Kritiker zunächst für einen schlechten Scherz; die des Theatre Royal Bath, im Rahmen seiner «American ...
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Theater heute Juni 2014
Rubrik: Ausland, Seite 36
von Patricia Benecke
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