Der amerikanische Patient

Eine Musicalversion von «American Psycho» sowie neue Stücke von Sarah Ruhl, Dan O’Brian und John Donnelly sind Highlights der Londoner Theatersaison

Theater heute - Logo

Rege ist der Austausch zwischen britischem und amerikanischem Theater seit jeher. In schöner Regelmäßigkeit nisten sich Broadwayhits im Londoner West End ein, und englische Erfolge reisen in die Staaten. Autoren wie David Mamet, Neil LaBute oder Tracy Letts haben oft in Großbritannien ihre euro­päische Erstaufführung und werden so viel gespielt wie in ihrer Heimat.

 

Nun ist eine besonders hohe Welle über den großen Teich auf die kleine Insel geschwappt: Ganz abgesehen von den US-Langzeitschlagern in den kommerziellen Hauptstadttheatern wie «The Body Guard», «Book of Mormon» oder «Jersey Boys» gibt es aktuell eine Amerikanische Spielzeit am Theatre Royal Bath, eine weitere am Londoner Gate Theatre, und das Almeida Theatre hat den New Yorker Kultroman «American Psycho» in ein Musical verwandelt. Als Gegengewicht liefert das Royal Court einen ungerührt britischen, hochaktuellen Blick auf das internationale Spielfeld Fußball.
Die Ankündigung des Almeida Theatre, aus Bret Easton Ellis’ bluttriefender Kapitalismussatire «American Psycho» ein Singspiel zu machen, hielt manch Londoner Kritiker zunächst für einen schlechten Scherz; die des Theatre Royal Bath, im Rahmen seiner «American ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Juni 2014
Rubrik: Ausland, Seite 36
von Patricia Benecke

Weitere Beiträge
Gegen Bewegung

Eine Minute kann lang sein, wenn der ei­gene Kopf auf einem Ausstellungssockel liegt. Dabei an die eigene Verdauung zu denken, wie es neben der anleitenden Skizze steht, lässt die Zeit nicht schneller vergehen. Und wenn man dabei auf dem Kopf noch eine WC-Ente balanciert, scheint die Zeit still zu stehen. Auch mit einem Gummiband zwischen den großen Zehen und dem...

Mit Staubsauger und Fusselrolle

Zu Beginn der Performance «Frühlingsopfer» schieben sich die erwachsenen Mitglieder des Theaterkollektivs She She Pop – darunter einige, die selber Mütter sind – konfirmandenhaft an den rechten Bühnenrand. Johanna Freiburg erzählt, wie sie als Kind auf einem Fest «mit allen Mitteln» versucht hat, ihre Mutter am Tanzen zu hindern: «Im Nachhinein habe ich mich...

Greatest Living Playwright!

Am 23. April sprühten die britischen Zeitungen, Theaterwebsites, Mu­seumsankündigungen und Online-Event Seiten vor geistreich festlichen Wortspielen wie «Happy Bardsday», «Cakespeare» oder «All the World’s a Cake». Charmante Geburtstagsgrüße zu William Shakespeares vierhundertfünfzigstem. Vor allem aber lag der Stress adäquater Feierlichkeiten in der Luft. Wie bloß...