Mit Staubsauger und Fusselrolle
Zu Beginn der Performance «Frühlingsopfer» schieben sich die erwachsenen Mitglieder des Theaterkollektivs She She Pop – darunter einige, die selber Mütter sind – konfirmandenhaft an den rechten Bühnenrand. Johanna Freiburg erzählt, wie sie als Kind auf einem Fest «mit allen Mitteln» versucht hat, ihre Mutter am Tanzen zu hindern: «Im Nachhinein habe ich mich gefragt, warum das so existenziell wichtig war (…) und mir wurde klar, dass das ein Bild ist, was eine Mutter zeigt, die frei ist, die spontan ist, die mit anderen Menschen in Kontakt ist, vielleicht auch flirtet.
Und das wollte ich alles nicht.»
In logischer Konsequenz sind die Mütter Heidi Stumpf, Heike Freiburg, Irene Papatheodorou und Cornelia Bark, mit denen She She Pop jetzt, vier Jahre nach «Testament» mit ihren Vätern, zusammengearbeitet haben, nur als bewegte Bilder auf der Bühne des HAU 1 zu sehen. Genauer: auf vier im Halbkreis gehängten Leinwänden, groß und schmal wie Fahnen, eine Videoparzelle für jede Mutter. Gefilmt wurde in schwarzen Räumen, so dass ihre zunächst alltäglich gekleideten, später in verschiedenfarbige Plaids und Capes gehüllten, tanzenden Körper sich geradezu altmeisterlich vor dem Dunkel ...
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Theater heute Juni 2014
Rubrik: Aufführungen, Seite 10
von Eva Behrendt
Sein Hauptberuf, schon lange: Professor für Zeitgenössische Kunst – unter anderem in Kalifornien, Stuttgart, seit 2006 in Wien. Doch für die meisten ist Diedrich Diederichsen Deutschlands berühmtester Pop-Theoretiker, auf Lebenszeit. Und für die Leserinnen und Leser dieser Zeitschrift ist er auch Analytiker sperriger Allianzen, etwa von Schlingensief und Wagner....
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