Den Tod bescheißen

Die Netflix-Serie «The Kominsky Method» liefert das Antidot zum toxischen alten weißen Mann – mit Michael Douglas und Alan Arkin als ziemlich besten Freunden

Theater heute - Logo

Der alte weiße, dazu noch amerikanische Mann, Hochrisiko per se, ist in diesen Zeiten der stacheligen Teilchen, die unser Leben auf nie gekannte Weise lahmlegen, noch schwerer zu ertragen als sonst. Insbesondere in Gestalt des karikaturesken Inbegriffs dieser gerne toxisch genannten Männlichkeit, die gerade Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ist. Jenes Landes, dessen Streaming-Dienste uns allerdings zur Zeit mit manch köstlichem Futter versorgen, um die Lockdown-bedingte kulturelle Ödnis ein bisschen zu beleben.

Zumal ein Blick in diese Ecke auch das so tröstliche wie saukomische Gegenbild entwirft zum selbsternannt allmächtigen Mann mit der Föhnwelle, dessen Namen wir nicht nennen wollen und zu dessen Fans seit neuestem auch ein deutscher älterer weißer Mann namens Castorf zählt.

Die Rede ist von der Kominsky-Methode. «The Kominsky Method» ist der nicht ganz demütige Titel einer Netflix-Serie mit nunmehr zwei Staffeln, 16 Folgen à 30 Minuten, um die Männerfreundschaft des alternden Schauspielers Sandy Kominsky, bravourös bockig und umwerfend charmant gespielt vom mittlerweile 75-jährigen Michael Douglas («Wall Street»), und seines Agenten Norman Newlander, der ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Juni 2020
Rubrik: In Quarantäne, Seite 54
von Barbara Burckhardt

Weitere Beiträge
Jenseits fertiger Lösungen

Es beginnt bereits mit der Frage, was denn eigentlich als die korrekte Berufsbezeichnung gilt: Medienkünstler mit technischem Hintergrund, Software-Entwickler, Coder, Engineerer, Bastler? «Wenn die Dramaturgie uns im Programm benennt, ist das immer sehr kreativ», sagt Mario Simon, Leiter der Medienabteilung an der Dortmunder Akademie für Theater und Digitalität in...

Fragmentierte Intimität

Antú Romero Nunes’ «Ode an die Frei­heit» ist: ein Film. Eigentlich hatte das Hamburger Thalia Theater ein Mashup dreier politischer Schiller-Stücke geplant, ein Plan, den allerdings die Corona-bedingten Theaterschließungen verhindert haben. Weswegen der Regisseur die Proben kurz vor der Premiere Ende März abbricht und auf eine mehrteilige Verfilmung des Stoffs...

Nachruf: Ein Meister der Verbohrtheit

Wenn der zu häufig gebrauchte Begriff «Ausnahmeschauspieler» auf einen Darsteller zutraf, dann auf den zwei Wo­chen nach seinem Geburtstag im Alter von 78 Jahren verstorbenen Dieter Laser. Er wurde 1942 in Kiel geboren. Sein Vater fiel im Juni 1943 bei einem «Himmelfahrtskommando» an der Ostfront, zu dem er wegen seiner christlichen Überzeugung abkommandiert worden...