«In Krisen verschwindet unliebsame Kunst»
Eva Behrendt Jetzt ist auch das Impulse Theater Festival abgesagt worden – vergleichsweise spät und knapp, wenn man etwa an die Ruhrtriennale denkt, die erst gut zwei Monate später hätte beginnen sollen und schon früher aus dem Rennen war.
Wird es ein digitales Alternativprogramm geben, wie etwa beim Theatertreffen und bei den Mülheimer Stücken?
Haiko Pfost Was ich auf keinen Fall will, ist dieser digitale Aktionismus, Hauptsache irgendwie sichtbar und im Gespräch bleiben! Elemente des Festivals werden auch im Netz zu sehen sein – aber es ist doch eine grundsätzliche Frage, ob man die Verlegung von Theater ins Internet positiv bewertet oder schwierig findet. Manche freuen sich ja richtig über diesen «Schub»; ich fühle mich vor allem geschoben, in eine Richtung, in die ich gar nicht unbedingt will. Ich bin ein extrem körperlicher Mensch und wahrscheinlich nicht zufällig am Theater gelandet.
EB Was heißt das konkret für das Festival im Juni?
Pfost Wir arbeiten schon länger an möglichen Alternativen, es war ja sehr bald klar, dass das Festival in seiner geplanten Form nicht stattfinden kann. Deshalb haben wir mit fast allen Künstler*innen einzeln gesprochen und jeweilige ...
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Theater heute Juni 2020
Rubrik: Szene Corona, Seite 18
von Eva Behrendt
Der alte weiße, dazu noch amerikanische Mann, Hochrisiko per se, ist in diesen Zeiten der stacheligen Teilchen, die unser Leben auf nie gekannte Weise lahmlegen, noch schwerer zu ertragen als sonst. Insbesondere in Gestalt des karikaturesken Inbegriffs dieser gerne toxisch genannten Männlichkeit, die gerade Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ist. Jenes...
Wenn der zu häufig gebrauchte Begriff «Ausnahmeschauspieler» auf einen Darsteller zutraf, dann auf den zwei Wochen nach seinem Geburtstag im Alter von 78 Jahren verstorbenen Dieter Laser. Er wurde 1942 in Kiel geboren. Sein Vater fiel im Juni 1943 bei einem «Himmelfahrtskommando» an der Ostfront, zu dem er wegen seiner christlichen Überzeugung abkommandiert worden...
Als Treffpunkt schlägt Alexander Giesche das «sphères» vor, eine Mischung aus Café, Bühne und Buchladen am Rande des Zürcher Industriequartiers. Die Gegend macht einen räudigen Eindruck, Ausfallstraßen, ein Straßenbahndepot, schmucklose Bürohäuser. Aber man sollte sich nicht täuschen: Das Industriequartier ist schon längst konsequent verhipstert. Google hat hier...
