Das Trio und die Dichterfürsten

Das neue Führungsteam am Deutschen Nationaltheater Weimar ruft zum Aufbruch mit neuer Klassik und wird begleitet von AfD-Gemecker

Theater heute - Logo

Ein junger Mann steht vorne vor der Rampe des Weimarer Nationaltheaters, läuft an ihr entlang, wirft einen prüfenden Blick in den Zuschauerraum, als müsse er sich vergewissern, dass sich das Unterfangen lohnt. Ein Blick auf den neuen Ort, wo jetzt das Wesentliche, das Theater passieren soll. Der Startsequenz von Thomas Manns «Felix Krull» wohnt viel Anfang inne. Gut vorstellbar, dass Regisseur und Schauspieldirektor Timon Jansen und seine beide Leitungskollegen Valentin Schwarz und Dorian Dreher ganz ähnlich ihre erste Be -gehung des Theaterhauses absolviert haben.

Seit dieser Spielzeit haben sie als Dreigestirn das Deutsche Nationaltheater Weimar unter ihre Fittiche genommen. Langsam tastend, eine Mischung aus Ehrfurcht und Neugier, diese Bürde aus Verantwortung, aber auch Wertschätzung, die der schön schmückende Titel des Nationaltheaters mit sich bringt und vor dem Goethe und Schiller, festgemauert in der Erde des Theaterplatzes, auf ewig ihren Lorbeerkranz schwingen werden. Kein leichtes Erbe, zumal Vorgänger Hasko Weber elf Spielzeiten lang das Haus geprägt und alles andere als einen unbestellten Acker hinterlassen hat.

Auf der Bühne aber steht keiner der drei, sondern Tim ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Februar 2026
Rubrik: Start Weimar, Seite 53
von Torben Ibs

Weitere Beiträge
Stirb und werde!

Irgendwo musste der Werther-Satz ja untergebracht werden in Simon Verhoevens Verfilmung von Joachim Meyerhoffs Buch. «Ach, diese Lücke, diese schreckliche Lücke ... », seufzt der Philosoph und Großvater auf der Bank unterm Baum, erschöpft von der Wanderung. «Entsetzlich! Entsetzliche Lücke ...», fällt ihm Ehefrau Inge ins Wort. Sie, die unverwüstliche Diva,...

​​​​​​​Pizza Provinciale

Der Routenplaner auf dem Handy hat den Reporter so lange auf immer kleinere Straßen gelotst, bis im fahlen Licht der anbrechenden Nacht irgendwann nur noch dunkler Forst und einsame Höfe auszumachen sind. Schwer zu glauben, dass sich hier, hinter den sieben Bergen, irgendwo ein Theater befinden soll. Hinter der nächsten Kurve aber leuchten auf einmal die Lichter...

Kill them all

Dunkel mag die Welt sein, kalt rieselt der Schnee, doch beruhigend belehrt uns die warme Erzählerstimme über den Verlauf des Abends. 2,5 Stunden wird er dauern, eine Pause. In der wir Zuschauer machen können, was wir wollen! Und da rauscht auch schon der blutrote Vorhang auseinander und enthüllt das hypergrell ausgeleuchtete White Cube-Universum des Markus Öhrn....