Das Recht des Schwächeren
Verhörraum oder Orakel? – An beides denkt man bei der seltsamen achteckigen Zelle, die Theresa Scheitzenhammer für Ayse Güvendirens jüngste Regiearbeit in den Werkraum gestellt hat, mit einem Boden aus Luftschachtgitter und vier Wandteilen, die auch als Projektionsfläche dienen, darüber ein Fries mit rot leuchtender Handschrift, die mal «sagen sie» und mal «sag nie» lesen lässt.
Vier Spieler:innen, eine Frau, Safak Sengül, und drei Männer, Sebastian Brandes, Servan Durmaz und der Musiker Mikaîl Ezîz, sind von Anfang an auf der Bühne als abwechselnd Singende, Sprechende und Beobachtende. In olivgrünen Unisex-Anzügen, die einerseits polizeilich, andererseits seidig elegant anmuten, und mit puppenhaft geschminkten Gesichtern begleiten sie die Reise in ein unwegsames Niemandsland zwischen Trauma, biblischem Mythos, türkisch-kurdischem Konflikt und einem dunklen Kapitel deutscher Migrationsgeschichte.
Mit ihrer Abschlussinszenierung «R-Faktor. Das Unfassbare» an der Otto-Falckenberg-Schule, einer hochbrisanten Recherche über Rassismuserfahrungen im Kulturbetrieb, machte Ayse Güvendiren 2021 Furore und gewann den Wettbewerb des Körber Studios Junge Regie. Und das Rassismusthema in ...
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Theater heute Juni 2023
Rubrik: Chronik, Seite 59
von Silvia Stammen
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