Das Kind im Alphamännchen
Als Schauspieler ist Sven-Eric Bechtolf am besten, wenn er harte Typen spielt. Auch in Interviews kann der Salzburger Schauspieldirektor schon mal schroff werden, wenn ihm eine Frage nicht gefällt. Aber das Programm, das Bechtolf in Salzburg macht, zeigt: Hinter der rauen Schale des Alphamännchens steckt ein weicher Kern. Das Schauspielangebot, das er seit dem Vorjahr verantwortet, ist unter ihm deutlich softer, putziger, harmloser geworden.
Bechtolf hat bei den Festspielen nicht nur Kindertheaterproduktionen eingeführt (diesmal: «Schneewittchen»), auch der Rest des Programms ist jugendfrei gestaltet.
Sogar eine abgründige Sexkomödie wie Shakespeares «Sommernachtstraum» wird hier zur harmlosen Unterhaltung für die ganze Familie. Als Regisseur hat Bechtolf den Briten Henry Mason engagiert, der in Wien lebt und dort – genau – am Theater der Jugend inszeniert. Gespielt wurde «Ein Sommernachtstraum» open air im Residenzhof, der – anders als der benachbarte Domplatz – bei Schlechtwetter überdacht werden kann. Hauptattraktion des Abends ist jedoch der Umstand, dass zu Shakespeare hier auch Felix Mendelssohn Bartholdys «Sommernachtstraum»-Musik gespielt wird, natürlich live (vom ...
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Theater heute Oktober 2013
Rubrik: Festivals, Seite 14
von Wolfgang Kralicek
Auf der Bühne lässt es sich ganz gut sterben. Ich selbst habe mich mit «Luise» vergiftet, bin von meinem Halbbruder «Edgar» im Zweikampf erschlagen worden, ich stand kurz vor meiner Exekution im Staube von Brandenburg, wurde auch in einem «Licht-Galgen-Film» aufgehängt und zuletzt als «Schöngeist» vor der Pause erschossen. Ach ja, den alten «Lear» habe ich auch...
Eigentlich ist «Das Helmi» überhaupt kein Theater. Zumindest keines, wo man angestrengt in die bewährte Kristallkugel aus Dramenliteratur, Inszenierungskonzept, Besetzungsidee etc. blicken muss. Das Helmi ist eher eine Stimmung, ein Geist, ein «spirit». Etwas, das sich an einem beliebigen Sonntagabend in der Berliner Kiez-Spielstätte Ballhaus Ost im dritten Stock...
Im eigenen Staat verfolgt, im Zufluchtsland missachtet – wer als Aussiedler in die Bastion Europa vordringt, wird auch dort allzu oft zu einem Grenzgänger am Rand der Gesellschaft. Dass Asylbewerber just auf dem Münchner Rindermarkt ihren Unmut mit Hungerstreik kundtaten, gibt der Uraufführung des preisgekrönten Stückes «Am falschen Ort» am Badischen Staatstheater...
