Das gebrochene Versprechen

Zum Tod der GRIPS-Autorin und -Regisseurin Franziska Steiof

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Sie ist einfach abgehauen, hat noch nicht mal tschüss gesagt», singen Bambi und Kleis­ter in der «Linie 1», und es gibt kaum einen im GRIPS, der sich nicht fühlt wie die beiden, ratlos, wütend, alleingelassen.

Vor 14 Jahren haben wir Franziska ans GRIPS geholt, mit einem Stück ihrer Wahl, «David und Lisa». Danach inszenierte sie «norway.today», das Selbstmord-Stück. Kurz darauf beschlossen Franziska und ich, gemeinsam ein Stück zu schreiben.

Ein höchst leichtfertiges Unterfangen, aber es klappte ganz hervorragend: Wir verstanden uns nicht nur und hatten uns einfach gern, vom ersten bis zum letzten Tag, sondern wir hatten auch einen Heidenrespekt voreinander.

Sie tolerierte meine Kalauer wie ich ihre Tiraden, und siehe, alles passte auf wundersame Weise zusammen, weil wir das Gleiche erzählen wollten. Das Stück hieß «Baden gehn», spielte auf einer Wiese in einem Berliner Freibad ohne Wasser und war vier Jahre lang ausverkauft. Eine der schönsten GRIPS-Inszenierungen aller Zeiten.

In dem melancholischen Schluss-Song heißt es einmal: «Lass uns baden gehn / Leise rülpst das Abflussrohr / Unsre Runden drehn / Und dann singen wir im Chor / Das Leben ist schön ...» Franziska machte aus ...

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Theater heute März 2014
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Volker Ludwig

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