Außer Kontrolle
Anfang dieses Jahres sorgte der erneute Fall einer dubiosen Kunstsammlung für Aufregung in der bundesdeutschen Medienlandschaft. Auch wenn der normale Leser mit dem Haufen Papier, eingebunden in 34 altmodische Foliobände, wenig anzufangen wusste – die Fachwelt in Literaturarchiven, Theatersammlungen und Bibliotheken war bei Nennung des Namens hellhörig geworden: August Wilhelm Iffland.
Im Katalog für die vom 23. bis 25.
Januar in Ludwigsburg stattfindende «Antiquaria», eine Verkaufsmesse für seltene Bücher, Autografen und Bildwerke, war im Angebot eines österreichischen Antiquariats das bislang als verschollen geltende Korrespondenz-Archiv Ifflands aufgetaucht. Aufmerksame Leser schlugen daraufhin Alarm. Die Berliner Senatskulturverwaltung reagierte und erhob mit dem Argument, dass es sich um «ein Kulturgut von nationalem Rang» handele, Einspruch gegen einen Verkauf und verlangte die Sicherungsverwahrung bis auf Weiteres. Berlin sah sich zu dieser ungewöhnlichen Aktion berechtigt, da es hier um eine Materialsammlung gehe, an der ein öffentliches Interesse seitens der Stadt bestehe.
Schauspieler, Modeschriftsteller, Nationaltheater-Begründer
August Wilhelm Iffland, Zeitgenosse ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute März 2014
Rubrik: Theatergeschichte, Seite 50
von Ruth Freydank
2./Sonntag
23.30, ARD: Auf der Suche Fernsehfilm (2011) Buch und Regie Jan Krüger, mit Corinna Harfouch u.a.
4./Dienstag
22.45, ARD: Erika Pluhar – Trotzdem. Mein Leben Film von Sigrid Faltin
9./Sonntag
11.05, 3sat: Robert Walser – ein Poetenleben Biel 1878 – Herisau 1956
Film (2003) von Ernst Buchmüller
11./Dienstag
20.15, 3sat: Ein halbes Leben Fernsehfilm (2008) von...
Nein, «Pommerat» ist keine Champagnermarke. Es klingt nur so. Joël Pommerat kommt auch nicht aus Reims, sondern aus Roanne am Zentralmassiv, wo er 1963 geboren wurde. Sec und gelegentlich extra brut sind seine Stücke, und seit einer Weile ist Pommerat auch so was wie eine Marke im hexagonalen Theaterbetrieb. Seine Theatertexte und Inszenierungen zeigen sich...
Und auf einmal bricht die Inszenierung auf. Auf einmal sind die Rollen nicht mehr eindeutig verteilt in Milo Raus «Moskauer Prozessen», dem Reenactment dreier Gerichtsverhandlungen der reaktionär-religiösen russischen Staatsmacht gegen ein liberales, provokatives Kunstverständnis. Erst tauchen Sicherheitskräfte am Performanceort auf, sie kontrollieren die...
