Außer Kontrolle
Anfang dieses Jahres sorgte der erneute Fall einer dubiosen Kunstsammlung für Aufregung in der bundesdeutschen Medienlandschaft. Auch wenn der normale Leser mit dem Haufen Papier, eingebunden in 34 altmodische Foliobände, wenig anzufangen wusste – die Fachwelt in Literaturarchiven, Theatersammlungen und Bibliotheken war bei Nennung des Namens hellhörig geworden: August Wilhelm Iffland.
Im Katalog für die vom 23. bis 25.
Januar in Ludwigsburg stattfindende «Antiquaria», eine Verkaufsmesse für seltene Bücher, Autografen und Bildwerke, war im Angebot eines österreichischen Antiquariats das bislang als verschollen geltende Korrespondenz-Archiv Ifflands aufgetaucht. Aufmerksame Leser schlugen daraufhin Alarm. Die Berliner Senatskulturverwaltung reagierte und erhob mit dem Argument, dass es sich um «ein Kulturgut von nationalem Rang» handele, Einspruch gegen einen Verkauf und verlangte die Sicherungsverwahrung bis auf Weiteres. Berlin sah sich zu dieser ungewöhnlichen Aktion berechtigt, da es hier um eine Materialsammlung gehe, an der ein öffentliches Interesse seitens der Stadt bestehe.
Schauspieler, Modeschriftsteller, Nationaltheater-Begründer
August Wilhelm Iffland, Zeitgenosse ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute März 2014
Rubrik: Theatergeschichte, Seite 50
von Ruth Freydank
Wie kann diese schöne Frau nur so kalt sein? Regina Giddens, geborene Hubbard, bei Nina Hoss eine schlanke und elegante Erscheinung in schlichten Etuikleidern, mit hochgestecktem Haar und lackierten Fingernägeln, sitzt ruhig und doch gespannt wie ein Flitzebogen auf der schwarzen Ledersofakante, während ihr herzkranker Gatte Horace (Thomas Bading) seine letzte...
Am Ende sind die Experten auch nicht schlauer: «Ganz allgemein – es bleibt einfach schwierig», meint einer der drei Herren im Rollkragenpulli, der sich hocheloquent, aber meinungsarm an seiner Tafel abmüht und das Problem mit Schrödingers Katze vergleicht. Ob die gerade schon tot sei, wisse man als Beobachter auch nie. Die andere Fachkraft stottert ein bisschen um...
Anton Tschechows «Onkel Wanja» und «Der Kirschgarten» erzählen bekanntlich von Idyllen, die keine mehr sind. Hoffnungen zerplatzen, aus Landgütern werden Grundstücke für Datschen. Von den kritischen Spitzen auf feudale Müßiggänger, aufkommenden Kapitalismus und die rücksichtslose Industriegesellschaft zum Ende des 19. Jahrhunderts ist in Christopher Durangs...
