Das Denken ist immer zu spät

Ewald Palmetshofer macht es sich nicht leicht mit seinen Stücken: ein Porträt des Autors von «hamlet ist tot. keine schwerkraft», uraufgeführt in Wien

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Wenn sich Ewald Palmetshofer nach seiner ersten, sehr erfolgreichen Wiener Uraufführung verbeugt, sieht das etwas ungewöhnlich aus. Der Oberkörper winkelt rechteckig in der Hüfte ab, die Arme schwingen nach hinten, und der Kopf bleibt hart in den Nacken geworfen, die Augen weit offen. Als Empfangshaltung eher für Peitschen­hiebe als Applauswellen geeignet, und als Absprung vom Startblock ein sicherer Bauchplatscher. Man kann es aber auch so sehen: Ewald Palmetshofer hält den Kopf immer weitestmöglich oben und lässt sein Publikum nie aus den Augen.

Und wenn es unten noch so klatscht und patscht.

Die Anstrengung ist verständlich, denn im Kopf von Ewald Palmetshofer bewegen sich die allerschwersten Jahrhundertprobleme. In einem angemessen schwarz hinterlegten Textbalken begrüßt zum Beispiel den arglosen Programmheftleser von «hamlet ist tot. keine schwer­kraft» gleich auf der zweiten Seite ein originaler Palmetshofer Theorie­text, der es in sich hat: «Während das Denken des 20. Jahrhunderts noch lange nicht zu seinem Ende gekommen ist, ist das Subjekt des Denkens schon längst im neuen Jahrhundert angelangt. Und während dieses erste Denken seinem Abschluss entzogen scheint, ist ihm als ...

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Theater heute Februar 2008
Rubrik: Akteure, Seite 36
von Franz Wille

Vergriffen
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