Aktion Noteingang
Es ist dieser Aufkleber an der Tür zu dem kleinen, abseits und verwunschen im Grünen am plätschernden Landwehrkanal gelegenen Theater in Eisleben, der einem klar macht, dass mit dieser Idylle irgendwas nicht stimmt. «Aktion Noteingang – Wir bieten Schutz und Information bei rassistischen und fremdenfeindlichen Übergriffen» steht da, und dann tritt man ins Foyer und fragt sich verstört, ob es denn also ein Glück war, dass man es unbeschadet bis hierher geschafft hat.
«Nein», sagt Intendant Ulrich Fischer in der Kantine später nach der Vorstellung eines provozierend betitelten, pädagogisch ein wenig zu wertvollen Stücks über Jugendliche und Rechtsradikalismus, so schlimm sei es in der Lutherstadt nicht. Zumindest nicht so brisant wie an anderen Orten in Sachsen-Anhalt: «In Halberstadt zum Beispiel gehört schon sehr viel mehr Mut dazu, so etwas wie ‹Hallo Nazi› zu spielen. Und gleich nebenan in Sangerhausen, einem ziemlich braunen Nest, würde ich auch nicht unbedingt mit dem Stück gastieren wollen. Aber trotzdem gilt auch hier bei uns: Es ist Gefahr im Verzug.»
Der Aufkleber an der Eingangstür ist also keine hohle Phrase? Naja, der sei noch von einer alten Aktion, die vor Jahren in ...
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