Das Auge der Betrachterin
So viel Etikettenschwindel war schon lange nicht mehr. «Wunderbare Jahre» behauptet der Buchtitel; der leere rote Plastikstuhl allerdings, der darunter ins Bergmassiv blickt, könnte zu denken geben. Doch dann kommt der Klappentext und spinnt weiter: Wunderbare Jahre waren das angeblich, «als wir noch die Welt bereisten», «schön, abenteuerlich, romantisch». Und heute? Da ist die Welt «zum Weglaufen. Aber wohin?»
Natürlich nirgendwohin. Jetzt nicht und noch nie.
Denn schön, abenteuerlich, romantisch war die Welt, jedenfalls in den Augen von Sibylle Berg, auch zwischen 1994 (der älteste von 19 Texten) und 2014 (der jüngste) nicht. Seit zwanzig Jahren schreibt Sibylle Berg neben Romanen und Theaterstücken von unnachahmlicher Bosheit und Weltekel Reisereportagen, unter anderem für die «Zeit», den «Spiegel» und das viel zu unbekannte Schweizer Magazin «Reportage». Die Texte in diesem kleinen Band sind Nachdrucke (ohne dass darauf mit einem einzigen Wort hingewiesen würde), und sie sind unverkennbar von Sibylle Berg, oszillierend zwischen Abscheu, Zynismus und unerwarteter und umso rührenderer Empathie. Von wunderbaren Jahren, Schönheit und Romantik allerdings keine ...
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Theater heute Dezember 2016
Rubrik: , Seite 56
von
Daten
Aachen, Grenzlandtheater
15. Clark und Goodall, Love Story
R. Ulrich Wiggers
Aachen, Theater
2. Greig, Die Ereignisse
R. Ludger Engels
Baden-Baden, Theater
18. Murray-Smith, Switzerland
R. Odette Bereska
Bamberg,
E.T.A.-Hoffmann-Theater
31. Labiche, Das Sparschwein
R. Ronny Jakubaschk
Basel, Theater
10. Tschechow, Drei Schwestern
R. Simon Stone
Berlin...
Zwei zeitgenössische Künstler, ein Videofilmer und ein Autor, liefern das Ausgangsmaterial zu den beiden jüngsten Produktionen der Münchner Kammerspiele: Ryan Trecartin, geboren 1981 in Texas, ist ein Digital Native der ersten Stunde, der mit hochprofessionell produzierten Videos in der trashigen Youtube-Ästhetik einer dauerquasselnden, mit der Kamera im...
Es gibt sie tatsächlich, die Theaterkritiker, die in ihrem Leben nichts von Bedeutung erlebt haben, außer, was ihnen die Bühne als Material anbot. Was von Kritik verletzte Schauspieler und Regisseure seit ewigen Zeiten als gehässige Vermutung über den Beruf des Aufführungsrichters ablassen, dass diesen wohl nur im Leben Zukurzgekommene ergreifen, die das...
