Das andere Dresden
Das Gesicht spärlich beleuchtet, steht Wojtek Ziemilski mit gesenktem Blick und liest rhythmisch-monoton vom Blatt. Nur vom Ellenbogen bis zum Scheitel im sonst dunklen Raum sichtbar, wird bald deutlich: Nicht Körperlichkeit oder Performerhaltung sind an diesem Abend die ästhetischen Mittel, mit denen die Lecture-Performance «Small Narrations» dem Publikum im Gedächtnis bleiben wird. Auf der Leinwand hinter ihm erscheint in raumgreifender Größe ein Vorname.
Ziemilski fragt: «Was steckt in einem Namen? Nationalität? Identität? Persönlichkeit?» Die Projektion hinter ihm zeigt erst kurze Satzfetzen und Fragen, dann den Artikel einer Fachzeitschrift und später zahlreiche Schlagzeilen von Zeitungsausschnitten. Im Laufe seines Lebens hat Wojtek den vom Großvater übernommenen Vornamen einige Male geändert. Geboren in Polen, zur Schule gegangen in den USA, studiert in Portugal – immer wieder setzt er an und beginnt die Erzählung seiner Geschichte von Neuem.
«Es beginnt, als dein Großvater dir das Tauchen beibringt. Es beginnt, als du morgens aufwachst und sich unerwarteter Weise nichts verändert hat. Es beginnt, als du erfahren hast, dass dein Großvater ein Agent des kommunistischen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Mai 2019
Rubrik: Freie Szene, Seite 58
von Carolin Gerlach
Die Tür im Eisernen Vorhang knallt, Niels Bormann kommt auf die Gorki-Bühne und sagt zur Begrüßung: «Entschuldigung». Haha, er ist wieder da: Vor zehn Jahren erfand sich der 45-jährige Schauspieler in der ersten israelisch-deutschen Koproduktion der Theatermacherin Yael Ronen als ultradeutscher, beflissen-klemmiger Wiedergutmachungsstreber, der zwar unter seinem...
Oft kennen Männer keine Hemmung, wenn der sexuelle Überdruck zu groß wird; sie scheuen dann selbst vor ungeheuren, monströsen, fürchterlichen Dingen nicht zurück. Ab Mitte der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts (und in entlegeneren Gegenden bis in dieses hinein) stand als Triebabfuhrstation eine ziemlich übel beleumundete Institution zur Verfügung: die Peep Show....
Aachen, Grenzlandtheater
25. McKeever, Danach
R. Udo Schürmer
Aachen, Theater
2. Küspert, Der Westen
R. Ruth Messing
10. Haidle, Für immer schön
R. Malte C. Lachmann
11. Horváth, Kasimir und Karoline
R. Michael Helle
Altenburg/Gera, TPT
12. Kressin, Als der Herzog über den Herzog herzog (U)
R. Caro Thum
Augsburg, Sensemble Theater
4. Seidel, Frankenstein unlimited (U)
R....
