Freie Szene: Fliegender Wechsel
Über zwei Etagen geht das neue Banner an der Halle der Leipziger Spinnerei: «Wir sind da!» Nach jahrelanger Suche nach geeigneten neuen Räumen und einer halben Spielzeit in verschiedenen Interims hat das Leipziger Freie-Szene-Zentrum Lofft nun endlich einen neuen Ort gefunden und befindet sich in illustrer Gesellschaft: Auf der Spinnerei gibt es nicht nur große Galerien und Neo Rauchs Atelier als neue Nachbarn, sondern auch das Schauspiel Leipzig hatte hier mit seiner Residenz die ersten Theaternägel eingeschlagen.
Dafür ist das Theater der Jungen Welt nicht mehr Mitbenutzer des eignen Foyers und Vermieter. So ganz weg ist es aber nicht, denn es hat neue Probenräume in eben jener Halle 7 bezogen. Und das Leipziger Tanztheater findet sich sogar auf der gleichen Etage wie die beiden (!) neu ausgebauten Lofft-Säle – mit wunderbarem Foyerblick über die Stadt. Zudem hat das Theaterhaus jetzt auch einen eigenen Probenraum, auch dies eine deutliche Besserung der Situation zu vorher, wo projektbezogen Räume in der ganzen Stadt gesucht werden mussten.
Trotz dieser Menge an Platz und Akteuren stehen immer noch zwei Etagen der Halle leer, weil der Umzug des Naturkundemuseums an den neuen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Mai 2019
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Torben Ibs
Das Liebesmodell dieses Monsieur Alceste ist schnell erklärt: Die Angebetete soll in eine Art Privatbesitz verwandelt werden, von der Welt weggesperrt in klösterliche Zweisamkeit zur Steigerung des eigenen männlichen Selbstwertgefühls. Die amouröse Vortrefflichkeit des akkurat graugekleideten, etwas steifen älteren Herrn, der sich selbst für unwiderstehlich hält,...
Die Tür im Eisernen Vorhang knallt, Niels Bormann kommt auf die Gorki-Bühne und sagt zur Begrüßung: «Entschuldigung». Haha, er ist wieder da: Vor zehn Jahren erfand sich der 45-jährige Schauspieler in der ersten israelisch-deutschen Koproduktion der Theatermacherin Yael Ronen als ultradeutscher, beflissen-klemmiger Wiedergutmachungsstreber, der zwar unter seinem...
Oft kennen Männer keine Hemmung, wenn der sexuelle Überdruck zu groß wird; sie scheuen dann selbst vor ungeheuren, monströsen, fürchterlichen Dingen nicht zurück. Ab Mitte der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts (und in entlegeneren Gegenden bis in dieses hinein) stand als Triebabfuhrstation eine ziemlich übel beleumundete Institution zur Verfügung: die Peep Show....
