Christoph Bornmüller (Caligula) und Gabriele Drechsel (Caesonia), Foto: Robert Schittko/Staatstheater Darmstadt

Darmstadt: Wir schaukeln das

Albert Camus «Caligula»

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In der Mitte der Spielfläche hat Jennifer Hörr (Bühne und Kostüme) eines jener Freizeitinstrumente installiert, das vor allem auf Kinderspielplätzen vorhanden sein sollte: eine Schaukel, auf die gleich zu Beginn des Saisonauftakts am Darmstädter Staatstheater ein Mann klettert und von oben herab so tut, als sei er ein verzogenes Kind. Christoph Bornmüller spielt den römischen Kaiser Caligula, dem ein Ruf der Unberechenbarkeit und Bösartigkeit vorauseilt.

Dazu gehören willkürlich angeordnete Exekutionen, und das wiederum hat zur Folge, dass Christoph Bornmüller die Schaukel verlässt, sich ins Publikum begibt und eine Zuschauerin auffordert, ein Opfer in den gegenüberliegenden Zuschauerreihen zu benennen. Die macht das auch und findet es ziemlich toll, während Caligula nicht so genau weiß, was er nun geiler finden soll: sich selbst oder die ihm zu Füßen liegende Welt.

In Darmstadt ist der Despot ein sprunghafter Kindskopf, der den Entertainer gibt und eine Nummernrevue vermeintlich grausamer Spiele initiiert. Nachdem er das mit dem «Köpfe rollen lassen» absolviert hat, sollen die restlichen Figuren, die bei Camus überwiegend römische Se­natoren sind, sich nackig machen. Bornmüller ...

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Theater heute Oktober 2017
Rubrik: Chronik, Seite 55
von Jürgen Berger

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