Danke, verstanden
Wenn Kalle auftritt, hat die Regie sein Schicksal schon besiegelt: Sein Kopf ist nur noch ein geschwollenes, verbeultes Etwas aus Blut, Wunden und allem, was nach zahllosen Tritten und Schlägen noch übrig bleibt. Mit dem maskenbildnerischen Meisterwerk (Andreas Müller/Franziska Becker) wäre die Geschichte allerdings auch schon zu Ende
erzählt. Ein gutsituierter schwedischer Junge südkoreanischer Herkunft trifft auf dem Weg zu seiner Abiturfeier drei ehemalige Schulfreunde, die nach und nach ihren rechtsradikalen Sozialneid plus entsprechendem Fremdenhass an ihm austoben.
Zwar lässt Lars Norén bis zum Ende offen, ob Kalle nicht doch mit dem Leben davonkommt, doch auf den Thriller wird im Werkraum des Deutschen Theaters (hinterm Eisernen Vorhang der Kammerspiele) gepfiffen.
Regisseur Robert Schuster und sein Ensemble, Studenten der Ernst-Busch-Hochschule, geben sich statt dessen vorbildlich aufklärerisch und kunstentschlossen. Der offenkundig Thomas-Mann-begeisterte Komponist Zeitblom (beim Applaus mit Baskenmütze!) hat beschwörend dräuende Klangwolken auf zwei Cellistinnen verteilt, die das schmutzige Todesspiel mit streng dreinblickender Virtuosität in ein Kammerkonzert ...
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