Danke, verstanden
Wenn Kalle auftritt, hat die Regie sein Schicksal schon besiegelt: Sein Kopf ist nur noch ein geschwollenes, verbeultes Etwas aus Blut, Wunden und allem, was nach zahllosen Tritten und Schlägen noch übrig bleibt. Mit dem maskenbildnerischen Meisterwerk (Andreas Müller/Franziska Becker) wäre die Geschichte allerdings auch schon zu Ende
erzählt. Ein gutsituierter schwedischer Junge südkoreanischer Herkunft trifft auf dem Weg zu seiner Abiturfeier drei ehemalige Schulfreunde, die nach und nach ihren rechtsradikalen Sozialneid plus entsprechendem Fremdenhass an ihm austoben.
Zwar lässt Lars Norén bis zum Ende offen, ob Kalle nicht doch mit dem Leben davonkommt, doch auf den Thriller wird im Werkraum des Deutschen Theaters (hinterm Eisernen Vorhang der Kammerspiele) gepfiffen.
Regisseur Robert Schuster und sein Ensemble, Studenten der Ernst-Busch-Hochschule, geben sich statt dessen vorbildlich aufklärerisch und kunstentschlossen. Der offenkundig Thomas-Mann-begeisterte Komponist Zeitblom (beim Applaus mit Baskenmütze!) hat beschwörend dräuende Klangwolken auf zwei Cellistinnen verteilt, die das schmutzige Todesspiel mit streng dreinblickender Virtuosität in ein Kammerkonzert ...
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Wird Basel Provinz?», fragte das städtische Theater jüngst in einer Podiumsrunde. Und wer die Basler kennt, ihren Stolz auf die ortsansässigen Global Players aus der Pharma- und Kulturindustrie, ihren inneren Drang nach Weltoffenheit, der eine Mischung ist aus Sehnsucht und Selbstdarstellung – der kann sich vorstellen, dass sie keine Antwort auf diese Frage mehr...
Warum geht zur Zeit alles den Bach runter? Statt sich lange am Kopf zu kratzen, sollten die Analysten vielleicht einfach mal Jonathan zuhören. «Da wo ich lebe, ist die Auswahl so groß, dass das Wollen nur noch eine Fiktion ist, an der man sich entlang hangelt», jammert er in Meike Haucks Stück «Mad in America». Und dass das Land mittlerweile so liberal ist, «dass...
Zu anderen (Theater-) Zeiten wäre er, blond und blass, hellstimmig und von kräftiger Statur, jünglingshaft noch als Fünfziger, der ideale «jugendliche Held» gewesen, Moraltrompeter und Mädchenschwarm. Mustert man die knapp fünf Jahrzehnte seines Schauspielerlebens durch – der 1932 in Hamburg geborene Beamtensohn sprang 1956 aus dem Literaturstudium und vom...
