Comic: Krrrr, schnief, grmpf
Auf den gut 150 Seiten von Mathieu Sapins Comic-Porträt «Gérard – Fünf Jahre am Rockzipfel von Depardieu» trinkt der große französische Schauspieler mit russischem Pass (seit 2013) ausschließlich Wasser, selbst wenn um ihn herum die Party tobt. Nur einmal, auf einer Reise nach Moskau, greift er im Anwesen seines Freundes, des ehemaligen Militärarztes Sergej, freudig zum angebotenen Meerrettich-Wodka («Lecker!»). Sein Zeichner und Begleiter ist geschockt, in einer Denkwolke über seinem Kopf mutiert Depardieu bereits zum Hulk.
Kein Wunder, schließlich sind seine Saufexzesse, vier Bypässe, alkoholisierten Motorradunfälle, Fahrerfluchten und Führerscheinentzüge Legende; noch 2014 behauptete er, täglich 14 Flaschen Wein zu trinken. Doch obwohl die Sauna-Wodkas eine mehrtägige Trinkphase einläuten, bleibt Depardieu in der Banja, beim Gelage, bei diversen Businesstreffen und beim Shopping ganz er selbst. Nur vor dem Tod, den er sonst nicht fürchtet, bekennt er plötzlich Angst zu haben.
Der Zeichner Mathieu Sapin, geboren 1974 in Dijon, hat sich auf das interessante Feld der Dokureportage in Comicformat spezialisiert. Auf diese Weise berichtete er schon von den Dreharbeiten zum Biopic ...
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Theater heute Oktober 2018
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Eva Behrendt
Aalen, Theater der Stadt
6. Dyrek, Venedig im Schnee
R. Tina Brüggemann
7. Stori, Die große Erzählung
R. Winfried Tobias
Altenburg/Gera, TPT
13. Gieselmann, Herr Kolpert
R. Philipp Kugler
Annaberg, Eduard-von-Winterstein-Theater
7. nach Balling und Bahs, Die Olsenbande II – Der große Theatercoup
R. Urs Alexander Schleiff
Augsburg, Theater
26. Tatort Augsburg, Folge 4:...
Die Chefetage des deutschen Fernsehens hat ein kleines Problem. Irgendwie möchte man ja seinem volkspädagogisch menschelnden Auftrag nachkommen und – wir schreiben die frühen 1990er Jahre – die private Entspannungspolitik zwischen den frisch wiedervereinigten Brüdern und Schwestern vorantreiben. Und es gibt sogar schon eine Idee: Die mysteriöse Existenzweise der...
Man vergisst gern, dass «Der Kaufmann von Venedig» eigentlich eine Komödie ist. Der Handlungsstrang um die reiche Portia, die mittels Kästchenspiel einen geeigneten Mann sucht, könnte aus dem Märchenbuch stammen. Und das aberwitzige Leihgeschäft zwischen Antonio und Shylock, in dem ein Pfund Menschenfleisch als Pfand dient und ein falscher Winkeladvokat am Ende...
