Das Auftreten des Zimmermädchens
Eva Behrendt Reden wir über Ihr zweites Stück!
Clemens Setz Inzwischen gibt es schon das dritte. Es wird am Grazer Schauspielhaus gerade von der Schweizer Regisseurin Claudia Bossard wild umgeschrieben, ganz neu, völlig anders.
EB Und das ist okay für Sie, auch bei der Uraufführung?
Setz Absolut. Tatsächlich scheint es diese Tradition zu geben, bei der Uraufführung noch etwas vorsichtiger zu schauen, was so drinsteckt in einem Stück. Aber letztlich gibt keinen zwingenden Grund dafür.
EB Im Oktober kommen aber zunächst «Die Abweichungen» am Schauspielhaus Stuttgart heraus.
Setz Das «unspielbare Stück»! (lacht) Nicht unlesbar, glaube ich, aber anscheinend unspielbar.
EB Wieso unspielbar?
Setz Es gibt mehr als sechs Figuren darin, an die zwanzig, glaube ich. Und das Theater hatte viele Änderungswünsche. Ob die Figuren nicht bitte einen Monolog halten könnten, der erklärt, worum es in diesem verdammten Stück eigentlich geht. Ich hab mich gewehrt, eitel, wie man halt ist, aber schließlich fand ich mich selber unreif und habe doch ganz kooperativ ein paar Szenen dazugeschrieben.
EB Dabei tauchen Sie ja sogar in der ursprünglichen Fassung selbst als Figur auf, die eine ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Oktober 2018
Rubrik: Akteure, Seite 36
von Eva Behrendt
VORSPIEL
Eine winzige Gemeindebauwohnung. Feuerwehr und zwei Polizeibeamten im Raum. Die Wohnungstür ist aufgebrochen worden. Die Polizisten stehen vor einem offenen Schrank, dessen Inhalt nur für sie sichtbar ist. Im Raum stehen auffallend viele mit Tüchern abgedeckte Kästen herum, von der Größe etwa mit kleineren bis mittelgroßen Aquarien vergleichbar.
Erster...
William von Baskerville, der scharfsinnige Mönch aus «Der Name der Rose», würde sich an diesem Ort wohl fühlen. Ein Bücherturm von sechs Metern Höhe mit einer Fensterfront, die denjenigen, der vor ihr steht, ins Freie, Offene fallen zu lassen scheint. Stühle, Arbeitsfläche, ein kleiner Tisch, auf dem drei Bände zum «Minotaure» liegen. Mit dem Franziskaner und...
Wer erinnert sich noch an Paddy Chayefskys «Network», 40 Jahre nachdem er vier Oscars gewonnen hat? Die gleichnamige National-Theatre-Produktion nach dem US-Kultfilm wurde in der britischen Presse zu Recht als großer Coup gefeiert. Chayefskys prophetischer Blick auf die Macht und Strukturen unserer Medien scheint aktueller denn je.
Studiocountdown, Howard Beales...
