Comeback eines Urgesteins
Es ist ein strahlender Herbsttag in Wien – aber so sonnig ist es nun auch wieder nicht, dass man die Brille das ganze Gespräch über aufbehalten müsste. Zumal das Treffen im abgedunkelten Erzherzogzimmer im Burgtheater stattfindet. Und der Porträtierte nicht der New Yorker Musiker Lou Reed ist, sondern der Wiener Schauspieler Johannes Krisch.
Aber Krisch ist nun einmal ein cooler Hund. Er ist der Rockstar unter den Burg-Schauspielern.
Er trägt eine zerrissene, ausgewaschene Jeans mit passend knapp geschnittener Jacke dazu, so als ginge er gleich zum Shooting für einen italienischen Designer. Er wippt nervös mit den Beinen, schüttet Kaffee in sich hinein und raucht Kette. Aufgekratzter und ungesünder in seinem Suchtkonsum könnte ein von der Tour erschöpfter Musiker auch nicht sein. Zwei Tage zuvor ist Krisch zur Burg-Saisoneröffnung auf der Bühne gestanden und hat eine seiner Lieblingsrollen gespielt – den Frontmann seiner Band, die sich auf Coverversionen spezialisiert hat: von Lou Reed.
Figur aus einer versunkenen Welt
Natürlich stimmen Klischees nur bis zu einem bestimmten Punkt. Denn: Welcher Rocker würde von Claus Peymann schwärmen? «Peymann ist meines Erachtens der ...
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Theater heute November 2011
Rubrik: AKTEURE, Seite 38
von Karin Cerny
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