C’est du Dior

Anna Viebrock und Malte Ubenauf, «Doubleface oder Die Innenseite des Mantels»

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Der Abend spielt im Salon Christian Dior Anfang der fünfziger Jahre, wo der Meister, ein liebenswert überkandideltes, konfuses Dickerchen (Marc Bodnar), und sein junger Schüler Yves Saint Laurent, ein Schlacks mit blonden Schmachtlocken (Graham F. Valentine), die Annalen des Hauses aufblättern. Der Erlesenheit des Ambientes, für das Anna Viebrock mit wonnevollem Ekel in falschem Rokoko schwelgt, wäre ein Titel wie «Der Wendemantel» sicher nicht gerecht geworden.

«Wendemantel», das hat kaum Klasse, das klingt nach Nützlichkeit und Verschleißresistenz, «Doubleface» hingegen, was auf dasselbe hinausläuft, lässt nicht nur an handwerkliche Meisterschaft denken, sondern bereitet wunderbar den Boden für jede Art von Metaphernbildung, denn was hat nicht alles zwei Seiten im Leben und in der Kunst? 

Einmal an diesem Abend verhaken und verheddern sich Dior und sein Yves in den Ärmeln ihrer Mäntel, ein andermal wird das Ambivalenzthema in einer – verwackelt gefilmten – Interviewséance beim Basler Autor Jürg Laede­rach erörtert. Hie die Tücke des Objekts, die dem Traum von Anmut immer wieder in die Quere kommt, da die Höhen der raunenden Reflexion; hie Kleinkunst, da Kunstdiskurs, dazwischen ...

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Theater heute März 2008
Rubrik: Chronik, Seite 46
von Dorothee Hammerstein

Vergriffen
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