Bremen: Menschen im Nest

Akin Sipal «Ein Haus in der Nähe einer Airbase», Petras nach Goethe «Wahlverwandtschaften»

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Die Tochter ist nicht glücklich mit ihrer neuen Heimat: Die Eltern, Deutschtürken der zweiten Generation, sind mit ihr wie jedes Jahr in den Ferien nach Adana in die Südtürkei gefahren, ins Eigenheim «in der Nähe einer Airbase», um ihr am letzten Urlaubstag zu eröffnen, dass es nicht zurück nach Deutschland gehen wird. Die Mutter macht eine Physiotherapiepraxis auf, der Vater will Solarpanele verkaufen, in Zeiten des Klimawandels ein vorgeblich sicheres Geschäftsmodell.

Fortan sumpft die Kleinfamilie in der Gated Community nahe des Luftwaffenstützpunkts Incirlik zwischen gelifteten Soldatenfrauen. Die Tochter nähert sich einem Piloten an, ununterbrochen werfen amerikanische Frachtflugzeuge Schatten auf die Siedlung, und an einer Bushaltestelle explodiert eine Bombe.

Akin Sipals «Ein Haus in der Nähe einer Airbase» basiert auf seinem zwei Jahre alten Filmessay «Baba Evi». Der Autor verknüpft hier das Mo­tiv des Hauses mit der Konstruktion Familie, das gemeinsame Heim als steingewordenes Mahn­mal einer brüchigen Solidargemeinschaft in Zeiten der Migrationsgesellschaft. «Das Haus meiner Väter in Adana ist ein generationenübergreifendes Friedensangebot», heißt es im Film. Im ...

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Theater heute April 2018
Rubrik: Chronik, Seite 54
von Falk Schreiber

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