Blaue Jungs und Online-Prothesen
Die Euro-Scene Leipzig hat in ihrer 23. Auflage eine sehr europäische Ausgabe abgeliefert. Nachdem im letzten Jahr der Hauptsponsor abgesprungen war, konnte dank einer Aufstockung der städtischen Förderung das Programm ohne größere Einschränkungen, aber mit deutlich erhöhten Ticketpreisen stattfinden. Der ursprüngliche Fokus des Festivals auf die Avantgarden Osteuropas ist nicht mehr so stark wie in den Vorjahren, aber auch in anderen Gegenden des Kontinents gibt es interessantes und sehr gegenwärtiges Theater zu sehen.
Da ist etwa «The Blue Boy» der Dubliner Truppe Brokentalkers.
Die beiden Regisseure Feidlim Cannon und Gary Keegan nehmen sich hier eines leider fast schon universellen europäischen Themas an: dem Kindesmissbrauch in Einrichtungen der katholischen Kirche. Irland war tradionell besonders getroffen, und der Ryan-Report von 2009 brachte das Ausmaß der Misshandlungen und Missbräuche seit 1936 besonders in den irischen Kinderheimen, die von der Kirche betrieben wurden, ans Licht. Die Theatermacher fokussieren auf eine der größten Einrichtungen im Lande, der St. Joseph’s Industrial School in Artane und versuchen, das Unerklärliche zwar nicht zu erklären, aber ihm doch ...
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Theater heute Januar 2014
Rubrik: Magazin: Festival, Seite 62
von Torben Ibs
Auch nach diesem «Idiot» muss leider die Frage ungeklärt bleiben, ob Dostojewskij, in dessen großen Romantragödien sehr viel geredet wird, fürs Theater taugt. Er wird seit Castorf, der seinen Zyklus 1999 begann, viel gespielt, und es könnte sein, dass er ein verhinderter Dramatiker war, wie Vladimir Nabokov in allerdings gehässiger Absicht meinte. Es könnte aber...
Es riecht nach Äpfeln und sieht nach DDR aus im alten Kino im sächsischen Königstein, wo die zweite Doppelpass-Produktion der Landesbühnen Sachsen und der Tanzcompany Bodytalk stattfindet. Im Saal mit seinen grünen Stofftapeten, den ocker-braunen Vorhängen und dem holzbefeuerten Bollerofen scheint die Zeit nicht erst 1989 stehen geblieben zu sein. Anna Viebrock...
Superman-Comics, die die westliche Welt gegen das Böse verteidigen, gibt es wie Sand am Meer. Rebekka Kricheldorf hat sich nun dem Weltenretter gewidmet, der seit 1940 unter dem Namen Captain America alles eliminiert, was sich gegen die Supermacht USA stellen könnte. Sein erster und wichtigster Fall war Hitler, dann kamen Stalin und im Zuge der paranoiden...
