Barock und Bauhaus
Es gibt Baugeschichten wie in Hamburg und Stuttgart, wo man eine Elbphilharmonie und ein saniertes Schauspielhaus wollte, bis heute aber nur auf Baustellen verweisen kann. Dass es auch anders geht, sieht man derzeit in Heidelberg. Dort wurde der Neubau eines Theaters in der veranschlagten Zeit und im Kostenbudget durchgeführt. Und das, obwohl alles mit einer peinlichen Meldung begann. Das altehrwürdige Theater müsse wegen katastrophaler technischer und hygienischer Mängel geschlossen werden, hieß es 2006. Man hatte zu lange weggesehen und geleugnet, dass eine Sanierung anstand.
Nach der Katastrophenmeldung ging dann aber alles zügig voran.
Die Stadt nahm Abschied vom verschachtelten Ensemble verschiedener Häuser mitten in der Altstadt. Man ließ nur die denkmalgeschützten Gebäude stehen, baute neu und leistete sich on top eine neue Spielstätte. Interessanterweise wurde auch die Finanzierungsfrage schnell gelöst. Aufgrund der ausgeweiteten Planung, die das Theater fit für die nächsten dreißig Jahre machen soll, verdoppelte sich die Bausumme zwar. Peter Spuhler, der inzwischen nach Karlsruhe gewechselte beste Marketingstratege seines jeweiligen Theaters, konnte die Heidelberger ...
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Theater heute Dezember 2012
Rubrik: Magazin: Theaterneubau, Seite 63
von Jürgen Berger
Mehr als drei Dutzend Stücke hat Lutz Hübner in den letzten 18 Jahren geschrieben, er war damit beim Theatertreffen (2005 mit «Hotel Paraiso») und bei den Mülheimer Theatertagen. Vor allem aber und anders als die Mehrzahl der in Mülheim Geehrten: Er wird nachgespielt, eine sichere Bank in der Mischkalkulation aus U und E, um die kein Theater heute mehr herumkommt....
Kleists Landlust und -flucht war nur eine kurze, utopische Episode im Leben des Rastlosen, die ihn 1801/02 auf eine beschauliche Insel im Thuner See führte. Ein Bauer wollte er werden, dem äußeren und inneren Druck entfliehen ins Idyll. Lange hat er nicht durchgehalten, aber folgenlos blieb die Flucht nicht: Sie zerstörte seine Verlobung mit Wilhelmine von Zenge...
Der Baum ragt mächtig in die Höhe. Er muss ein biblisches Alter haben. Um den Stamm schlängeln sich Luftwurzeln über den Boden, schenkeldick, fantastisch verknotet, voller Fußangeln. Muriel Gerstners Bühnenbild im Schauspielhaus Zürich ist wie für den Sündenfall geschaffen.
Gefühlsverwirrung, Geschlechterverwirrung, Identitätsverwirrung – das ist das Knäuel, aus...
