Barock und Bauhaus
Es gibt Baugeschichten wie in Hamburg und Stuttgart, wo man eine Elbphilharmonie und ein saniertes Schauspielhaus wollte, bis heute aber nur auf Baustellen verweisen kann. Dass es auch anders geht, sieht man derzeit in Heidelberg. Dort wurde der Neubau eines Theaters in der veranschlagten Zeit und im Kostenbudget durchgeführt. Und das, obwohl alles mit einer peinlichen Meldung begann. Das altehrwürdige Theater müsse wegen katastrophaler technischer und hygienischer Mängel geschlossen werden, hieß es 2006. Man hatte zu lange weggesehen und geleugnet, dass eine Sanierung anstand.
Nach der Katastrophenmeldung ging dann aber alles zügig voran.
Die Stadt nahm Abschied vom verschachtelten Ensemble verschiedener Häuser mitten in der Altstadt. Man ließ nur die denkmalgeschützten Gebäude stehen, baute neu und leistete sich on top eine neue Spielstätte. Interessanterweise wurde auch die Finanzierungsfrage schnell gelöst. Aufgrund der ausgeweiteten Planung, die das Theater fit für die nächsten dreißig Jahre machen soll, verdoppelte sich die Bausumme zwar. Peter Spuhler, der inzwischen nach Karlsruhe gewechselte beste Marketingstratege seines jeweiligen Theaters, konnte die Heidelberger ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Dezember 2012
Rubrik: Magazin: Theaterneubau, Seite 63
von Jürgen Berger
Das Gute liegt oft näher, als man denkt: Schwerpunktthema der österreichischen Nationalbühne ist in dieser Spielzeit österreichische Literatur. Eröffnet wurden die Österreich-Wochen am Burgtheater mit einer hauptsächlich effektvollen Inszenierung von Ferdinand Raimunds Psycho-Zaubermärchen «Der Alpenkönig und der Menschenfeind» durch den jungen Regisseur Michael...
In «Jenseits von Gut und Böse», dem «Vorspiel einer Philosophie der Zukunft», zog sich Friedrich Nietzsche auf das «Perspektivische, die Grundbedingung allen Lebens» zurück. Von dort aus betrachtet, gibt es keine moralischen Phänomene, sondern nur moralische Ausdeutungen von Phänomenen – und die sind historisch, dogmatisch, ein Herrschaftsinstrument über die...
The Homecoming: Wie ein Programm klingt der Stücktitel für Luc Bondys erste Inszenierung an seiner neuen künstlerischen Heimstatt, dem Pariser Odéon-Théâtre de l'Europe. Er versichert zwar, es handle sich um die pure Koinzidenz. «Alle interpretieren es jetzt so, aber ich wollte einfach Pinters Stück inszenieren.» Aber das Odéon war zu lang schon sein in aller...
