Autoren des Jahres
Das Stück des Jahres ist ein Kuriosum: Man kennt Elfriede Jelineks «Ulrike Maria Stuart» aus bisher drei Inszenierungen in Hamburg, München und Hannover, die jeweils nur einen Bruchteil des 120-Seiten-Textes benutzten. Das Werk selbst ist nicht veröffentlicht. Deshalb
fasst der Dramaturg Tilman Raabke zusammen, worum es geht – als Schauspiel-Führer.
Nachwuchsautor des Jahres Dirk Laucke kennt die Figuren seiner Stücke so gut, dass er nur das Nötigste über sie schreiben muss: Seine Erzählung «schlachtensee» schafft drei Leben auf einer Seite.
Simon Stephens’ Irak-Heimkehrerdrama «Motortown» wurde zum ausländischen Stück des Jahres gewählt, und sein Autor hat sich mit britischer Bescheidenheit in die allererste Reihe der Dramatiker von der Insel geschrieben. Im Folgenden eine Schlüsselszene auf diesem
Weg, die es selbst nie in ein Stück geschafft hat.
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Ertappt! Ein wenig langweilig war es schon geworden bei «III nach neun», der Talkshow aus Bremen an diesem späten Freitagabend. Judith Rosmair war zum ersten Mal in ihrem Leben bei einer Veranstaltung, in der es um sie gehen sollte, nicht um eine Figur, hinter der man sich verstecken (oder mit der man an die Rampe rennen) kann. Sie hatte ewig warten müssen, im...
Vor rund sechzig Jahren saß das linke Traumpaar des 20. Jahrhunderts zeitgleich an zwei Werken: Simone de Beauvoir an der frühen Bibel des Feminismus «Das andere Geschlecht», Jean-Paul Sartre an den «Schmutzigen Händen», dem Stück mit der Frage nach dem Verhältnis von Zweck und Moral, Idee und Tat politischen Handelns, durch die er eine weibliche Figur tollen...
Begeisterung ist ihm nicht gerade fremd. Ende Feburar in Zürich, zwei Wochen vor der «Hamlet»-Premiere, schwärmt Joachim Meyerhoff von der Künstlerwohnung im schicken Schiffbau. «Echt toll, dieser moderne Beton verschafft mir eine Erholung vom barocken Wien.» In Berlin, während des Theatertreffens im Mai, richtet sich die Begeisterung auf die Begeisterung des...
