Augen auf!
Hundert Millionen Euro, immerhin ein Drittel des hauptstädtischen Kulturbudgets, wandert in Berlin in die drei staatseigenen Opernhäuser. Davon wird ein beträchtlicher Batzen vergeudet für ewige Toscas sowie diverse Dirigenten-, Regisseurs-, Intendanten-Eitelkeiten. Denn ein jeder macht am liebsten Oper für sich, anstatt in konzertierter Aktion Oper für die Stadt. Das führt zu skandalösem Leerstand: Unterm Strich nämlich bleibt eins der drei Häuser ohne Publikum.
Prekäre Lage!
Die dafür Verantwortlichen sollten schleunigst einen Blick riskieren auf Berlins vierten Musiktheaterbetrieb: die Neuköllner Oper. Seriöse Kritiker-Kollegen meinen, dieses überrumpelnd gewitzte, dennoch mit heiligem Ernst die Gegenwart beim Schopfe packende Hinterhofetablissement liefere die gefühlte Hälfte der Gesamtkreativität des Hauptstadt-Musiktheaters.
Eigentlich eine Sensation, dass jeder, der Berlins Opernbetrieb kennt, das kommunikative Neuköllner Autonomenhaus auf Augenhöhe beurteilt mit dem pompösen Rest. Woran das liegt? An einer eher selten auffindbaren Art Autoren- und Uraufführungstheater, das so uneitel wie ungeniert «U» und «E» in eins bringt. Und: Weil mit Bodenhaftung und Schmiss ganz ...
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Normalerweise werden größere dramatische Figurenansammlungen entweder über diverse Handlungsstränge zusammengehalten oder in Durchgangsräumen organisiert. Gerne müssen Hotelhallen oder Bahnhöfe dafür dienen. Ulrike Syha hat sich jetzt etwas wirklich Neues ausgedacht: einen von Piraten entführten Öltanker, die Panama Star, irgendwo da draußen auf dem blauen Ozean....
Es ist natürlich eine sehr griffige Formulierung, zu behaupten, dass die Demokratie durch Demokratisierung zerstört wird oder, um es etwas genauer zu formulieren: Mehr Demokratie im quantitativen Sinne bedeute noch keine verbesserte Demokratie. Aber gehen wir erst einmal den Gedanken mit, dass unsere Demokratie durch mehr Demokratisierung bedroht ist.
Unsere...
Vielleicht erklärt die alte Cécile aus «Quai West» an diesem langen, dunklen Abend am besten, was Andrea Breth mit ihrer Inszenierung ausdrücken wollte. Sie fühle sich, sagt die Nachfahrin von Inka-Indianern, «wie eine Fliege, die im Schrank eingesperrt ist und am Ende des Tages stirbt, ohne dass der Schrank auch nur einen Spaltbreit aufgegangen wäre».
Aus Mexiko...
