Auffahrunfall

Christoph Nußbaumeder: «Das Fleischwerk»

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Aus zwei verschiedenen Richtungen – wie Wagen in zwei Fahrtrichtungen auf einer nächtlichen Landstraße, die sich für einen einzigen kurzen Moment begegnen und dann aneinander vorbeirauschen –, so laufen die Geschichten und Lebenswege in Christoph Nußbaumeders Stück «Das Fleischwerk» aufein­ander zu. Sie streifen, verletzen und verlie­ren sich. Brutal sind sie alle, rücksichtslos: Jeder Weg führt bis zum bitteren Ende. So wie der Weg der Schweine, der im Fleischwerk grausam endet.

An der Schlachtanlage treffen sich die Wanderarbeiter Europas und die scheinbar Sesshaften der Provinz. Sie kommen aus Bulgarien und Deutschland, aus der Fremde und aus dem Dorf. Es gibt ein Innen und Außen des Fleischwerks, und dazwischen liegen Welten. Nur für einen kurzen Moment nehmen sie sich wahr, genug Zeit, um sich weh zu tun, zu wenig, um sich zu verstehen.

Die Geschichte, die Christoph Nußbaumeder erzählt, bewegt sich aus dem Gestern und dem Heute aufeinander zu. Sie treffen sich in dem einen kurzen Moment, der ein Mord ist.
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Theater heute Jahrbuch 2014
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 193
von Sabine Reich

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