Plädoyer für das deutsche Stadttheater

Stephan Kimmig will nicht länger nach Holland schielen

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Wie soll die Zukunft des Theaters aussehen? Meine Antwort darauf ist: das Stadttheater bewahren – und weiterentwickeln! Es ist noch immer eine Utopie für mich: die Idee einer Versammlung verschiedenster Alters- und Berufsgruppen in ästhetischer Auseinandersetzung mit einer Sache und als Gesellschaft mit sich. Es geht darum, die Frage «wer bin ich, wer sind wir?» immer wieder neu zu stellen, in einem bewegenden, erschütternden, energetischen Austausch mit den Schauspielern auf der Bühne.

Theater und Demokratie wurden nicht zufällig zur selben Zeit im alten Athen erfunden, und Teil dieser Erfindung war das Theater für eine Stadt.

Das heißt nicht, dass ich gegen Projektförderung bin. Sie soll auch und verstärkt stattfinden. Ich finde es falsch, das gegeneinander auszuspielen und eine ideologische Diskussion zu führen. Allerdings bin ich gegen die Umwandlung von Stadttheatern in Produktionshäuser nach niederländischem Vorbild. Wenn ich nach Holland und Belgien blicke, sehe ich vor allem, wie viel Talent kaputtgegangen ist, wie viele Ideen verkümmert sind, weil die Strukturen fehlen, um Zuschauer an das Theater zu binden. Diese Bindung erfolgt immer über die Schauspieler, die Qualität ...

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Theater heute Jahrbuch 2014
Rubrik: Reale Utopien, Seite 10
von Stephan Kimmig

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