Auf Krieg folgt Krieg
Ein Krieg ist zu Ende. Dass er damit für die Menschen, die ihn erlebt haben, für all die Heimkehrenden, Befreiten, Zurückgebliebenen noch lange nicht beendet ist, wird meist verdrängt. Anders in Lars Noréns jüngstem Stück, in dem er zeigt, dass Krieg und die Folgen eines Krieges strukturell gleich zerstörerisch sind.
Ein Familienvater kehrt aus dem Lager zurück. Nicht nur körperlich – man hat ihm in der Gefangenschaft die Augen ausgebrannt –, sondern auch emotional ist er zum Krüppel geworden.
Nichts wünscht er mehr, als nach Hause zu kommen und seine Familie wiederzusehen. Doch auch hier findet er vom Überlebenskampf ausgebrannte Menschen vor, verhärtet und zutiefst verletzt. Außer seiner jüngsten Tochter Semira hat niemand mehr seine Heimkehr erhofft, im Gegenteil, in den Trümmern seines ehemaligen Hauses wird er zum Eindringling. Seine Frau hat inzwischen eine Beziehung mit seinem Bruder Ivan, die ältere Tochter Beenina prostituiert sich für ein wenig Essen und hofft, von irgendeinem Freier in ein anderes Leben mitgenommen zu werden. Selbst der Hund ist dem Hunger zum Opfer gefallen – man hat ihn in der Not gegessen.
Das alles soll der Blinde natürlich nicht erfahren, ...
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