Auf der Suche nach dem Wert der Kunst
Das Match begann mit einem scharfen Aufschlag von Dirk Baecker ins konkrete Allgemeine der Kunsttheorie. Kunst unterbreche die Automatismen der Alltags-Wahrnehmung und mache sie dadurch frag- und diskussionswürdig. Die Gesellschaft brauche Kunst genau da, wo sie das Mitfließen des Menschen in den Strukturen der Gesellschaft anhält: «Die Kunst, wenn sie so unterwegs ist, stört, unterbricht, geht auf die Nerven, ärgert.» Und was ist diese Kunst der Gesellschaft wert? – «Alles und nichts. Es geht nicht ohne sie, aber da sie stört, versucht man sie in vielen Bereichen herauszuhalten.
Gesellschaft fördert Kunst bis zu genau der Schmerzschwelle, ab der die Kunst beginnt, zu sehr zu stören.» Daraufhin setzte Jürgen Flimm sein zufriedenstes Hamsterlächeln auf, bekannte sich provokativ als glücklicher Zuschauer und nahm Baeckers These sehr persönlich: «Mich stört Kunst nicht, ich geh ja hin. Man geht ins Museum oder ins Theater, weil man sich davon etwas verspricht, nicht weil man sich gestört fühlt.»
Diesen Return ins Publikums-Wohlgefühl nahm Petra Roth bereitwillig auf: «Mich stört Kunst und Kultur überhaupt nicht, und das sage ich als Politikerin.» Dabei hatte die Politikerin vor allem ...
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