Auf der Suche nach dem Danach
SIE und ER begegnen sich ganz zufällig und werden einander dann nicht mehr so recht los. Was sich wie der Beginn einer Liebesgeschichte liest, entwickelt sich schnell zu einem Kaleidoskop größtenteils komplizierter Lebens- und Liebesbeziehungen, unerfüllter Bedürfnisse, falscher Hoffnungen, freiwillig gewählten Selbstbetrugs und hilfloser Lügen. Wer die Stücke der Autorin Ulrike Syha kennt, weiß, dass sie sich unumwunden zur Gegenwart und ihren speziellen Widrigkeiten bekennt und somit keine Beschreibung romantischer Zweisamkeit zu erwarten ist.
So ist auch der erste Schauplatz ihres neuen Stücks, das als Auftragswerk für das Schauspiel Chemnitz entstand und zu Beginn der neuen Spielzeit uraufgeführt wird, ein alles andere als exklusiver: ein überfüllter Zug. ER erkämpft sich im Gewühl seinen reservierten Fensterplatz; SIE telefoniert zu laut mit ihrem Liebhaber. Vor dem Zugfenster vergessene Landstriche und Industrieruinen. Am gemeinsamen Ausstiegsbahnhof trennen sich zunächst ihre Wege, um sich am gleichen Abend im einzigen noch geöffneten Restaurant am Platz wieder zu kreuzen. Sein Hotelzimmer ist die letzte gemeinsame Station des Tages …
Was beide voneinander noch nicht ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Jahrbuch 2008
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 179
von Esther Holland-Merten
In der Nacht vom 24. auf den 25. März 1945 feierten auf Schloss Rechnitz, das unmittelbar an der österreichischen Grenze zu Ungarn liegt, SS-Offiziere, Gestapo-Führer und einheimische Getreue des Nazi-Regimes ein «Gefolgschaftsfest», auf dem getanzt und getrunken wurde und in dessen Verlauf fast zweihundert arbeitsunfähige oder geschwächte jüdische Zwangsarbeiter...
Was Theaterkritiker über Jürgen Goschs «Onkel Wanja»-Inszenierung denken, ist zwar wie üblich nicht einheitlich, aber doch sehr eindeutig: Sie haben sie mit großem Vorsprung zur Inszenierung des Jahres gewählt!
Wir haben drei Schauspieler – Constanze Becker, Jens Harzer und Ulrich Matthes – gefragt, wie es dazu kam: ganz einfach und ziemlich kompliziert....
«Ich liebe Dich nicht mehr.» Der Satz, der alles ändert, alles zu beenden scheint. Drei Frauen, drei Generationen, ein Schicksal: Sophie (25), Nelly (35) und Simone (50) ringen um ihre Identität. Sie sind verlassen worden. Jetzt stehen sie vor sich selbst und voreinander und wissen nicht weiter. In neunundzwanzig Szenen und einem Prolog reden sie miteinander,...
