Auf dem Tanzsteg
Nirgendwo in Spanien spielen Tanz und Musik eine so große Rolle im Leben der Menschen wie im Süden, in der autonomen Gemeinschaft Andalusien. Der hiesige Flamenco, heißt es, stamme von den Zigeunern ab, aber längst ist er Teil der Kultur aller hier lebenden Menschen geworden. Meinen Freunden in den andalusischen Städten Sevilla, Granada und Jerez de la Frontera genügt eine Nichtigkeit, damit sie zu singen und zu tanzen beginnen; es kostet sie ein Fingerschnipsen, um eine Flamenco-Party auf jedwedem Platz vom Zaun zu brechen.
Sofort sind sie von singenden Hausfrauen und Händlern umringt. Für alle ist Flamenco der Soundtrack ihres Alltags.
Weil Flamenco nicht nur Touristenattraktion ist, sondern hier jeden Bereich des sozialen und kulturellen Lebens durchdringt, war es nur eine Frage der Zeit, wann die Mode den Flamenco erobert. Diese farbenfrohen, weit gerüschten Kleider gehören zu jeder Tanzperformance: Einerseits, weil sie die fließenden Bewegungen der Tänzerinnen so gut akzentuieren, andererseits haben die langen Kleider, die batas de cola genannt werden, auch gehörigen Einfluss auf die Choreografie. Sie sind Bühnenkostüme, werden jedoch genauso zu jedem festlichen Anlass ...
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Einen Komponistennamen sucht man auf dem Besetzungszettel vergebens. Anders als in Göteborg, wo Ulf Gadd 1983 seinen «Ring» vorstellte, anders als in Berlin, wo Maurice Béjart einen grandiosen «Ring um den Ring» als Vermächtnis hinterließ, anders als in Trier, wo sich zuletzt Birgit Scherzer unter dem Titel «Alles weiß ich: Alles» mit Ringmotiven beschäftigte, fußt...
In diesem Buch über Meg Stuarts Schaffensprozess zu blättern, das ist wie das Wühlen in einer Schatztruhe oder eine Fahrt ins Blaue. Man sollte besser nichts Bestimmtes suchen, sondern Zeit mitbringen. Man huldige dem Sich-Verlieren, wie es Stuart ihren Tänzern nahelegt: «Oft sage ich ihnen: Dein Körper gehört nicht zu dir. Diese Idee ermutigt sie, ihre...
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