Arbeit am Begriff
Eine Diskussion über Theaterkritik ist für einen Theaterwissenschaftler ein in vielfacher Hinsicht vermintes Gelände: Erstens sollte er tunlichst vermeiden, auch nur die leiseste Spur von Arroganz an den Tag zu legen – als sei seine Einsicht per se eine tiefere, verbrieftere, fundiertere als jene der Theaterkritiker:innen. Das ist sie nicht. Zweitens sollte er andererseits, was nicht zuletzt Preis der Privilegien ist, die er genießt, verdeutlichen, was eine ausdauerndere, von den Zwängen des Betriebs weniger ab -hängige Arbeit über Theater an Potential birgt.
Drittens führt ihn dies unweigerlich dazu, dass er sich über die eigene wie die andere Spielart des Umgangs mit Theater, Theatertheorie und Theaterkritik, in einer gleichermaßen vertieften Weise Gedanken machen muss, ohne den Anschein zu erwecken, es gehe dabei um bloße Legitimation der eigenen, bloße Abwertung der anderen Praktik.
Theaterkritik unter Druck
Woher also kommen Theaterkritik und Theaterwissenschaft? Die erste Antwort, für deren Ausführung hier der Raum fehlt, wäre empirischer Natur. Theaterkritik wäre zurückzuverfolgen in das Aufkommen des Journalismus und entlang klassischer Beispiele historisch zu datieren. ...
Nikolaus Müller-Schöll ist seit Oktober 2011 Professor für Theaterwissenschaft der Goethe- Universität Frankfurt/M. und zugleich Leiter der Masterstudiengänge Dramaturgie und Comparative Dramaturgy and Performance Research. Er ist gegenwärtig Präsident der Gesellschaft für Theaterwissenschaft.
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Theater heute Mai 2023
Rubrik: Theater heute 750, Seite 62
von Nikolaus Müller-Schöll
Statt in den Zuschauerraum wird das Publikum auf die Bühne des Depot 2 geleitet und betritt hier eine seltsame Welt. Sphärische Klänge vermischen sich mit maschinenartigem Summen und Geräuschen, die entfernt an Tierlaute erinnern. Eine weißgekleidete weibliche Schaufensterpuppe hängt waagerecht an einem Seil in der Luft wie ein bizarres Flugobjekt. Langsam wird sie...
AACHEN, GRENZLANDTHEATER
13. nach Landis, Blues Brothers
R. Ingmar Otto
AACHEN, THEATER
5. Bezerra, My Little Pony
R. Eva Offergeld
AUGSBURG, SENSEMBLE THEATER
13. nach Yarris, The Fear of 13
R. Heinz Conrad
BADEN-BADEN, THEATER
6. Mußler, Befreiungsschlag (U)
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BAMBERG, ETA HOFFMANN THEATER
5. Jacobs-Jenkins,...
Alexander Camaro war vieles in seinem Leben: ein Liebhaber des Varieté, Bühnentänzer und Maler. Als letzterer wurde er bekannt, übernahm Anfang der 1950er Jahre eine Professur an der Hochschule der Bildenden Künste in Berlin und war mit seinen Werken auf den ersten beiden documenta-Ausstellungen vertreten. Schaut man jedoch in sein Werk, wie die Ausstellung «Die...
