Appelle gegen rassistisches Kopfkino
Man ist auf der Suche nach der nächsten großen Geschichte: «Der Rest der Welt geht vielleicht zum Teufel, aber die Geschichten sind besser denn je. Und wir haben die Möglichkeit, etwas völlig Neues zu schaffen … Wir können die Welt verändern.» Mit diesem hingerotzten Hype empfängt der erfolgsverwöhnte Medienguru Sandy sechs Projektautoren an einem gigantischen ovalen Glastisch. Ob Fantasy-Film oder nächster Gaming-Hit: Worum es genau geht, wird nie ganz klar.
Annie Bakers «The Antipodes» startet im scheinbar sicheren Territorium des klassischen angloamerikanischen Naturalismus und schraubt sich über zwei Stunden, in denen keiner der Autoren je den Raum verlässt, mit ständigen, fast unmerklichen Veränderungen in Temperatur und Atmosphäre in ein surreales Endzeitszenario.
Übereifriges Brainstorming persönlicher Erlebnisse – der erste Sex, das größte Scheitern, je krasser, desto besser für Sandy – weicht tragikomischem Stochern in Klischees und alten Mythen, niemandem kommt die zündend originelle Idee. In der immer verzweifelteren Suche nach «something monstrous» lässt Baker unablässig verschiedenste Facetten patriarchalen Machtspiels und gruppendynamischer Supergaus aufblitzen. So ...
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Theater heute März 2020
Rubrik: International, Seite 43
von Patricia Benecke
Anfang Januar 2014 platzte am Wiener Burgtheater eine Bombe: Es wurde bekannt, dass die frühere kaufmännische Direktorin Silvia Stantejsky bereits im November 2013 fristlos entlassen worden war. Begründet wurde das mit bei einer Betriebsprüfung aufgetretenen «Ungereimtheiten», in der Bilanz des Burgtheaters klaffe ein mehrere Millionen tiefes Loch (der...
TH Wie zuletzt einige Theaterkollektive, die sich noch während ihres Gießener Studiums der Angewandten Theaterwissenschaft gegründet haben, feiert auch Rimini Protokoll dieses Jahr 20. Geburtstag. Von Gruppen wie Gob Squad oder She She Pop unterscheiden Sie sich auch dadurch, dass Sie in wechselnden Konstellationen miteinander arbeiten und «Rimini Protokoll» eher...
Alljährlich im Januar veranstaltet das Hamburger Thalia Theater die Lessingtage. Ein klug kuratiertes Festival außerhalb der eigentlichen Festivalsaison, das eher selten Lessing zeigt, sondern Lessings Humanismus als konstituierend für das städtische Zusammenleben unter multikulturellen Vorzeichen interpretiert, unter anderem mit Gastspielen aus Mexiko und Belgien,...
