Antike verkehrt

Hollywoodeskes Prequel am Theater Basel: Mit «Achilles – ein Stück mit Fersen» verlängert Antú Romero Nunes seine «Odyssee» in die Vorgeschichte

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Thetis, die alte Nymphe, liegt im Liegestuhl am Strand. Der ist – wie sie selbst – etwas in die Jahre gekommen. Die Kostümbildner:innen Lena Schön und Helen Stein haben Gala Othero Winter ein besonders fließendes, besonders altmachendes Kleid in gedeckten Graubraungold-Tönen und eine Perücke mit großen, rotbraunen Locken verpasst – so ausstaffiert liegt sie da auf der Bühne. Hinter ihr stehen zwei Säulen auf dem Boden, allerdings falsch herum, mit den Kapitellen auf dem Boden und dem Podest gen Himmel (Bühne Matthias Koch). Antike verkehrt.

Die alte Dame will ihre Ruhe haben und trauern, eine Urne hat sie neben sich abgestellt in den Kies. Gehen kann sie kaum noch, sie knickt die Füße so ab, dass sie nur noch auf deren Innenseiten auftritt. Große Schritte machen fällt da aus, Tempo ebenso. Sie hat aber nicht mit Uli gerechnet. Jörg Pohl kommt in diversen Aufmachungen vorbei, ehe er sich zu erkennen gibt: Er ist mal Pats, mal Mister Vayne, mit Vornamen «Axel, Axille, Alexis». Oder so ähnlich. Aber eigentlich ist er Odysseus oder Ulysses. Kurz eben: Uli. Er will Thetis dazu bringen, endlich die Asche ihres vor zehn Jahren gestorbenen Sohnes Achilles zu begraben. Keine leichte ...

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Theater heute Mai 2024
Rubrik: Aufführungen, Seite 8
von Valeria Heintges

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