Angriffe auf A
Drei Personen, der Autor des Stückes nennt sie modellhaft A, B und C, wollen «eine ganz normale Geschichte erzählen». Eine Geschichte von A, vom normalen Leben, von normalen Problemen, von Familie, Job und Ich.
Doch ihre Spielanordnung läuft aus dem Ruder. A sieht sich plötzlich aus allen Richtungen angegriffen. Nach zehn Seiten müssen die Spieler erstmals abbrechen. Stopp. Ihre Erzählung ist, ohne dass sie das geplant haben, abgedriftet und handelt plötzlich von Krankheit und Wahn. Das war so nicht geplant.
«Aber wollten wir denn nicht eine Huldigung an die Lebenslust verfassen? Wollten wir nicht ein Porträt unserer selbst als radikal offene Menschen zeichnen – und den Weg zur Freisetzung unseres Potenzials zeigen? Wollten wir nicht ein Porträt von Menschen mit ungeahnten Möglichkeiten zur Lebensentfaltung zeichnen? War das denn nicht der Sinn der Sache?» – «Dann fangen wir eben von vorne an.»
Und das tun sie dann auch, denn im anhebenden Wahn möchte man nicht enden. Die Wunde schließt der Speer nur, der sie schlug, und so setzen sie noch einmal von vorne an und versuchen es diesmal mit einer ganz normalen Situation aus dem Berufsleben: Sie beginnen mit der Erzählung einer Frau, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Jahrbuch 2012
Rubrik: Die neuen Stücke der Spielzeit, Seite 154
von Robert Koall
Sophie ist Sophie ist Sophie ist Sophie. Sophie ist toll. Das möchte ich eigentlich 50 Mal schreiben.
Sie ist eine Diva. Und sie hat das Recht, eine Diva zu sein. Denn sie ist keine Diva, die heiße Luft produziert. Sie kommt, wann es ihr passt. Da darf man auch nichts sagen, dann wird sie sauer. Aber wenn sie da ist, ist sie ganz da. Mit ihrer ungeheuren Energie,...
Berlin hat nicht nur die meisten Schauspielhäuser im deutschsprachigen Raum, es hat auch die zwei derzeit besten! Gratulation an Matthias Lilienthals HAU und noch einen Extra-Applaus an Frank Castorfs Volksbühne, die nur knapp dahinter liegt. Aber ist deshalb in Berlin die Theaterwelt in Ordnung? Christine Wahl hat sich genauer umgesehen.
...Die Steigerung von Mutter ist jüdische Mutter, und die Steigerung von Muttersprache ist Mameloschn, das Jiddische. Mit beidem setzt sich Marianna Salzmann in ihrem Stück «Muttersprache Mameloschn» auseinander: mit der Mutter als Problem und dem Jiddischen als Erbe, das für ihre jüngste Figur Rahel eher eine Großmuttersprache ist, die es wiederzuentdecken und neu...
