Am stillsten Ort der Welt
Fabian Wendlings Bühnenbild ist der Star des Abends: klaustrophobisch, steril, ohne Fenster und Türen. Die Bühne im Stuttgarter Schauspielhaus ist bis über die Decke ausgekleidet mit Regalen, die gefüllt sind mit einheitlich braunen und unbeschrifteten Pappdeckel-Ordnern – fein säuberlich in quadratischem Schachtelmuster arrangiert.
Es erinnert darin sowohl an die stillsten Orte der Welt – an Absorbier-Räume, die jegliche Geräusche schlucken und in denen man folglich nichts hört außer sein eigenes Inneres (und die dementsprechend auch als besonders perfides Folterinstrument zum Einsatz kommen). Andererseits an ein riesiges Archiv: zwei hohe Bibliotheksrollleitern laden zum Klettern in schwindelnde Höhe ein. Der Schreibtisch und das alte Klavier, die ansonsten einzigen Möbel auf der Bühne, sprechen derweil von vergangenen Zeiten. Längst sind Ibsens «John Gabriel Borkman» und seine Frau Gunhild ins gesellschaftliche Nichts abgerutscht. Der Ex-Bankdirektor, nach seiner achtjährigen Haft wegen schweren Anlage-Betrugs in der selbstgewählten Isolation, traut sich nicht mehr auf die Straße – kein Wunder, hat er doch durch sein Verbrechen etliche Familien in den finanziellen Ruin ...
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Theater heute Juni 2024
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Verena Großkreutz
What brings us to Africa? What are the lessons learned?», fragt Bishnupriya Dutt, die Präsidentin der International Federation for Theatre Research (IFTR) während der «Closing Ceremony» in der Great Hall der University of Ghana. Ihre Abschlussrede fasst die ethischen Prämissen des internationalen Wissenschaftsverkehrs noch einmal auf Diskurshöhe zusammen: Sie...
Hosenrollen gibt es bekanntlich schon bei Shake -speare, wenn etwa Viola sich als ihr Bruder verkleidet und beim Herzog reüssiert («Was ihr wollt») oder Prinzessin Rosalinde verkleidet ihren geliebten Ganymed anschmachtet («Wie es euch gefällt»). Ähnlich gelagert, aber mit moderneren Vorzeichen, ist die Sache bei «Gabriel», das jetzt am Neuen Theater Halle in der...
BERLIN, GROPIUS BAU
bis 14.7., Radical Playgrounds: From Competition to Collaboration.
Internationale Künstler:innen verwandeln den Parkplatz neben dem Gropius Bau in radikale Spielräume, auf denen u.a. Florentina Holzinger, Tomás Saraceno und Céline Con-dorelli einen elfwöchigen Kunstparcours unter dem Motto «From Competition to Collaboration» gestalten. Die von...
