Als Nachbar unerwünscht
Eigentlich sollte es auch eine Station im Rathaus geben, wird uns mitgeteilt, da dort aber gerade eine Sitzung stattfinde, würden wir das Ergebnis der Abstimmung, an der wir gerade teilnehmen, etwas später erfahren. Und zwar hier auf dem Platz vor dem Rathaus, das mit seinem malerischen Fachwerk wie ein Farbtupfer in einer Stadt steht, deren Erscheinungsbild durch eine große Zahl von Studierenden geprägt wird, die auch in der Altstadt für eine Anmutung von Weltoffenheit sorgen.
Dass hier nicht immer alle weltoffen waren, belegen die Stolpersteine, mit denen Tübingen an einen antisemitischen Strang der Stadtgeschichte erinnert – womit wir wieder auf dem Platz vor dem Rathaus wären, auf dem an diesem Abend die Theaterbesucher einer immersiven Stadtbegehung stehen und die Bürgermeisterin der Stadt in Gestalt einer Schauspielerin auftritt und zu Protokoll gibt, sie sei enttäuscht und fassungslos, schließlich habe sie sich in Bezug auf «die Einführung einer 30-Prozent-Quote für jüdische Abgeordnete im Stadtrat» nicht durchsetzen können. Der Antrag sei abgelehnt worden, sagt sie, verspricht aber, «die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen». Mit Vergangenheit könnte sie unter ...
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Theater heute März 2025
Rubrik: Chronik, Seite 60
von Jürgen Berger
An den Münchner Kammerspielen untersuchen wir gerade vor allem die Leerstellen, die uner -zählte(n) Geschichte(n): die Gewalt-und Zerstörungsgeschichte, die Anpassungs- und Gleichschaltungsgeschichte, die spätestens Mitte der 1920er Jahre beginnt und in Exil und Tod vieler prägender Künstler:innen und Mitarbeiter:innen (einschließlich der jü -dischen...
AACHEN, DAS DA THEATER
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15. nach Ibsen, Baumeister Solness
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8. Labande Dordur, Solo (U)
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Breit und flach ist die Bühne im Großen Haus. Ein Sofa vor einer Schrankwand. Was ist zu erwarten? Eine flache Komödie im Sitzen oder auch eine Sittenkomödie mit Aufstehen (Vulgärübersetzung von «Sitcom»)? Hinter den Klappen verbergen sich Dinge: eine Waschmaschine, ein Kühlschrank, eine Kaffeemaschine (Bühne Susanne Hoffmann). Verborgene Tiefe wird also ans Licht...
