Alles hat seine Grenzen – auch die Globalisierung

Stefanie Carp springt als Festivalmacherin ein: das Schauspielprogramm der Wiener Festwochen und seine szenischen Höhepunkte von Christoph Marthaler, Luk Perceval und David Maayan

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Die Flüge werden immer billiger. Aus den Lufthansa-Schauspielern sind Air-Berlin- oder Germanwings-Schauspieler geworden. Das Phänomen des zur selben Zeit an mehreren Orten engagierten Künstlers ist aber nicht mehr auf Schauspieler, Regisseure und Bühnenbildner beschränkt; auch manche Festivalmacher sind so begehrt, dass sie gleichzeitig für verschiedene Institutionen arbeiten. Stéphane Lissner etwa, der von Intendant Luc Bondy als neuer Musikdirektor der Wiener Festwochen engagiert wurde, leitet auch das Opernfestival von Aix-en-Provence.

Und kurz vor Beginn der Wiener Festwochen – genau am Tag der Pressekonferenz – wurde Lissner auch noch zum Intendanten der Mailänder Scala berufen, wo er ab sofort die Nachfolge von Riccardo Muti antritt. Der Posten-Hattrick ist sogar Lissner etwas unheimlich geworden: Im Herbst will er bekannt geben, welche seiner derzeit drei Funktionen er aufgeben wird. 

Auch im Sprechtheaterbereich der Festwochen gab’s heuer ein kleines Personalproblem: Die seit 2001 amtierende Schauspieldirektorin Marie Zimmermann hatte ihren Vertrag nur unter der Bedingung bis 2007 verlängert, dass sie ein Jahr aussetzen und sich um «Theater der Welt» in Stuttgart kümmern ...

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Theater heute August/September 2005
Rubrik: Festivals Wiener Festwochen, Seite 16
von Wolfgang Kralicek

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