Absolutes Vertrauen
Schlimme Nachrichten kommen, wenn sie kommen, vollkommen unabhängig davon, ob der Empfänger für sie bereit ist – zum Beispiel direkt nach einem unendlich langen Flug in Fuhlsbüttel, mitten in der Menschenmenge, als ich meine Maschinchen wieder an den Strom der Welt anschloss und mich danach traurig in eine Ecke verkroch. Zwar wussten wir alle seit langem um die Schwere der Erkrankung von Barbara Kisseler, aber wir haben bis zuletzt gegen alle medizinische Vernunft geglaubt, dass sie wiederkommen könnte.
Es war – und das erzählt einiges über Barbara Kisseler – nicht die ebenso übliche wie verständliche Weigerung der Zurückbleibenden, den Tod zu akzeptieren. Und es war auch nicht der Narzissmus der Kulturschaffenden, die Angst haben, ihre Dienstherrin zu verlieren. Nein, Barbara Kisseler war als Politikerin wie auch als Mensch eine Lichtgestalt, die Realitäten immer wieder mit viel Optimismus umspielte.
So schaffte sie im Sinne der Kultur viel mehr, als die budgetäre Faktenlage hergab. Vielleicht wäre es ja doch denkbar, dass sie mit ihrer Energie auch den medizinischen Realitäten ein Schnippchen schlägt. Sie hat fest daran geglaubt und viele mit ihr. Und tatsächlich: Noch vor ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Dass Ultras ihren Fußballclubs nicht nur schaden, sondern ganz im Gegenteil auch behilflich sein können, haben die Fans des 1. FC Nürnberg bewiesen. Sie – und nicht etwa Historiker oder vom Verein bestellte Rechercheure – holten ein lange verschwiegenes Kapitel aus der Geschichte des legendären Clubs hervor und präsentierten es in einer aufsehenerregenden...
Besonders alt wurde die DDR ja – aus guten Gründen – nicht. Und ihre vier Jahrzehnte überbordend spektakulär zu finden, wäre ein ziemlicher Euphemismus. In der Saison 89/90 allerdings – beim Endspiel – hat sich die kleine Diktatur tatsächlich noch mal ordentlich ins Zeug gelegt. Todesmutige Montagsdemonstrationen, der Mauerfall, Helmut Kohls vorweihnachtliche...
Männer mit Hosenträgern sind mit Vorsicht zu genießen, das sollten Frauen eigentlich wissen. Aber was bleibt Grace übrig. Da strandet sie am rostbraunen Rand der Rocky Mountains, es sind Schüsse gefallen, und jetzt kauert die Fremde wie ein verstoßener Affe in der Nische einer Industrieschleuse (Bühne: Katja Hass), barfuß, das goldene Abendkleid schimmert...
