Absolute Berufshingabe, quasi religiös
Klaus Dermutz Herr Stein, können Sie sich noch daran erinnern, wie Sie Jutta Lampe zum ersten Mal auf der Bühne gesehen haben?
Peter Stein Ich habe sie nicht in einer Vorstellung gesehen. Als ich nach Bremen kam, war sie gerade dorthin zurückgekehrt. Sie war noch gar nicht in den ernsten Spielplan integriert, sondern bediente den Teil des Bremer Theaters, der eigentlich der erfolgreichste war, das Boulevardtheater in der Böttcherstraße.
Ich wurde auf eine Probe von Alfred Kirchner gelassen, der dort «Vater einer Tochter» oder «Mädchen in der Suppe» oder etwas in der Art inszenierte, und Frau Lampe stand in einer Telefonzelle und schob immer den Telefonhörer in den Slip. Ich sah unendlich lange Beine, und sie hatte zu der Zeit, es war ja 1967, einen kurzen Ponyschnitt. Kirchner versuchte, ihr etwas zu sagen: «Du, Jutta, hör mal.» Darauf sie sofort: «Du, halt die Klappe, ja, halt die Klappe!» Ich war fix und fertig, ich war so etwas nicht gewöhnt. Ich kam von den Münchner Kammerspielen, da gab es so etwas nicht. Sie schrie sofort den Regisseur an: «Lass mich zufrieden, ich weiß, wie ich das mache!» Ich habe weiter gesehen, wie der Telefonhörer wieder aus dem Slip gezogen wurde und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Richard Maxwell gilt als Innovator, Purist, ja gar als Außenseiter in der New Yorker Avantgardeszene. Seine Inszenierungen seien sperrig und spröde, eine Reise ins Ungewisse, jeder Abend neu improvisiert, raunen Stimmen im Feuilleton. Keine Bühnenbilder, keine Beleuchtungseffekte, kein Spiel.
Was Richard Maxwell für das Theater Bonn in Zusammenarbeit mit einigen...
Amsterdam
Holland Festival vom 1. bis 23. Juni
Pressebüro Reservations Center
P.O. Box 404, NL-2260 AK Leidschendam
Tel.: 00 31/70/320 25 00
Fax: 00 31/70/320 26 11
info@hollandfestival.nl
www.hollandfestival.nl
Bridge-Project: Shakespeare As you like it, Regie Sam Mendes (2.–6.) und The Tempest, Regie Sam Mendes (4.–6.)
Münchner Kammerspiele: Jelinek Rechnitz, Regie...
Gute Mädchen kommen in den Himmel, böse überall hin. Deshalb lässt Frank Wedekind seine Lulu durch die Weltstädte Wien, Paris und London wirbeln. Wobei es überall um zunehmend fatalere Variationen desselben geht: Sex, Liebe, Lust – oder die Idee davon. Lulu, dieser Inbegriff des Begehrens, erzählt wenig über Frauen und viel über Männerfantasien. Jeder der Herren,...
