Lebensgeisterstunden
Richard Maxwell gilt als Innovator, Purist, ja gar als Außenseiter in der New Yorker Avantgardeszene. Seine Inszenierungen seien sperrig und spröde, eine Reise ins Ungewisse, jeder Abend neu improvisiert, raunen Stimmen im Feuilleton. Keine Bühnenbilder, keine Beleuchtungseffekte, kein Spiel.
Was Richard Maxwell für das Theater Bonn in Zusammenarbeit mit einigen Schauspielern aus seiner «New York City Players»-Group entwickelt hat, setzt in der Tat auf Entzug und Verweigerung.
Die einzigen Farbtupfer auf der weißen Spielfläche und vor der weißen Rückwand sind die sieben Akteure (Susanne Bredehöft, Anastasia Gubareva, Sibyl Kempson, Victoria Vazquez, Jim Fletcher, Brian Mendes, Raphael Rubino), scheinbar kostümlos in Alltagskleidung, Polohemden, Jogginghosen, T-Shirts (Bühne und Kostüm: Sascha von Riel). Wie zum Warming up ordnen sie sich zu Beginn gemeinsam im Raum an, wachsen zu kryptischen Körpergebilden zusammen oder bleiben mit ihren Qi-Gong-haften, nicht dechiffrierbaren Bewegungen allein. Es folgen wortlose Zweier- und Dreierbegegnungen, während der von Maxwell verfasste Text in riesigen Blöcken in körnig-unscharfer Auflösung auf die Rückwand projiziert wird. Seine ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Aachen, Grenzlandtheater
Kasse: 00 41/1/261 21 79
22. von Kürthy, Mondscheintarif
R. Ulf Dietrich
Aachen, Theater
Kasse: 0241/47 84 244
14. Williams, Die Glasmenagerie
R. Bernadette Sonnenbichler
22. Tabori, Mein Kampf
R. Ewa Teilmans
Aalen, Theater der Stadt
Kasse: 07361/522 600
2. Schimmelpfennig, Idomeneus
R. Ingmar Otto
8. Brecht, Die heilige Johanna der Schlachthöfe
R....
Wenn man sich mal wieder richtig wohlfühlen will in seiner mittleren bundesdeutschen Durchschnittsexistenz, dann sind die neuen Stücke von Sibylle Berg ein schöner Anlass.
Zum Beispiel «Nur Nachts». So gegen vier Uhr morgens ist der körpereigene Serotoninspiegel zuverlässig an seinem tiefsten Punkt. Wer das Pech hat, um diese Zeit aufzuwachen, kann sich auf eine...
Es hätte die Saison der Aufbrüche und Neuanfänge werden können! Das gigantische Bäumchen-wechsel-dich-Spiel, das zu Beginn der laufenden Spielzeit zwischen Hamburg und Berlin, Wien und Zürich, Hannover und Dresden, Frankfurt und wieder Hamburg über die Grenzen hinweg inszeniert wurde, sorgte für ordentlich Wind und schürte große Erwartungen. Auch im Auswahlgremium...
