Abseits des Weltinteresses
Sofia liegt nicht am Weg. Wer sich dessen wirklich bewusst werden will, steigt in Wien in den Zug. In etwas über 30 Stunden ist man am äußeren europäischen Rand. Zwischen Budapest und Bukarest hat man eine Nacht im ungarischen Speisewagen verbracht, wo zu magenzersetzendem Filterkaffee gegen alle EU-Gesetze geraucht wurde, dass die schmutzigen Scheiben beschlugen; im Bahnhof der rumänischen Kapitale sah man ein Heer von endlos Wartenden, die alle Anschlüsse verpasst hatten, und bestieg einen ausgemusterten Waggon, der dennoch ein Ziel versprach.
Über die meeresbreite Donau ging es dann immer tiefer in ein Land, über das man zuhause so wenig vom Hören und vom Sagen kennt.
Und es war ein Fehler, auf der tages- und nachtlangen Fahrt zu Büchern zu greifen, die einem diesen hermetischen Staat und seine Menschen dennoch erklären wollen. Bei Sibylle Lewitscharoff las man: «Wir haben Bulgarien schon satt, bevor wir es richtig kennengelernt haben (…) beklemmende Geschichte, radikale Schrumpfung ins Enge, Paranoide, Kassenwarthafte (…) Fuchsmief, gemixt mit dem Stank von WC-Steinen und billigen Rasierwassern.» Bei Ilja Trojanow hieß es: «Sie ertragen alles (…) sie lächeln nicht, ihr seltenes ...
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Theater heute Januar 2013
Rubrik: Ausland, Seite 23
von Bernd Noack
Im Kaiserslauterer Pfalztheater gab es zu dieser Spielzeit einen Führungswechsel. Für den scheidenden Intendanten Johannes Reitmeier kam Urs Häberli. Der neue Schauspielchef heißt Harald Demmer und kündigt in seiner ersten Spielzeit als Spartenleiter Premieren wie Elfriede Jelineks «Winterreise» und direkt zum Auftakt Felicia Zellers «Kaspar Häuser Meer» an. Man...
Franz Wille Als ich Claudia Nola, die Leiterin der Presseabteilung am Gorki Theater, nach einem Gesprächstermin mit Ihnen gebeten habe, meinte sie, ja, kein Problem, aber nur mit Armin Petras.
Armin Petras Klar, Gespräch jederzeit gerne. Aber hier sitzt nicht Fritz Kater, sondern Armin Petras.
FW Stehen Sie mit Fritz Kater in engerem Kontakt?
Petras Ja, doch.
FW...
Mit dem Begriff «Fast Forward» verbindet ein Kind der 80er eigentlich die Vorspul-Taste am Kassettenrekorder, die für alles gebraucht wurde, was man in der Kunst eher nicht will: das Schlappe, das Album-Füllwerk zwischen den tollen Songs oder auch nur das zu oft Gehörte. Und wenn ein Festival für junge Regie mit ebendiesem Titel «Fast Forward» Assoziationen wie...
