Tragt endlich wieder Kittel!
Die große Peer-Gynt-Sause kurz vor den Sommerferien bot eine gute Gelegenheit, mal wieder über den gigantischen Schrebergarten namens Berliner Freie Szene nachzudenken.
Ist er in seiner enormen Größe (250 bis 300 kontinuierlich produzierende Gruppen) und Vielfalt (von der robusten Nutzpflanze über die neugezüchtete Rose bis hin zum düngenden Mist) nicht längst wert, selbst Gegenstand eines Kunstwerks zu werden? Das dürfte sich auch die Theatermacherin Susanne Truckenbrodt gefragt haben, als sie 13 mehr oder minder frei schaffende Berliner Regisseure, Regieteams und Choreografen bat, in den Sophiensaelen eine oder mehrere Szenen aus Ibsens «Peer Gynt» zu inszenieren.
13 Regisseure, 35 Folgen
Dabei sollte nicht nur die prächtige Kirsche, sondern auch die gemeine Runkelrübe gewürdigt, also «diese Einteilung in Stadttheater und freies Theater, populäres Theater und unattraktives, gewesenes Theater und modernes und altes Theater und was es noch für schreckliche Klassifizierungen gibt» «ganz trotzig» ignoriert werden. Und so durften nicht nur die Szene-Promis Pollesch und Macras ans Werk, sondern auch im Moment weniger angesagte Ost-Künstler wie Jo Fabian, Annett Kruschke und das ...
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Viel Lärm um Nichts» ist eine Komödie, deren Titel ein Regisseur durchaus ernst nehmen darf. Auch wenn hier Soldaten aus dem Krieg heimkehren, es Schurken und moralische Ansinnen gibt, auch wenn hier Stolz zu Demütigungen und Dummheit zum Erfolg führt, bleibt Shakespeares flottes Bühnenstück doch zu allererst ein Schlachtplan für Vergnüglichkeiten. Also macht...
Geister machen gewöhnlich nachts auf sich aufmerksam. Klopfgeräusche aus dem Schrank oder Geheul im westlichen Flügel sind immer ein Hinweis darauf, dass in der Vergangenheit noch eine Angelegenheit offen ist. Man kann damit locker umgehen und das Gespenst zu dem Familienmitglied erklären, das es meistens ohnehin ist. Oder man kann sich fürchten, dann gehört die...
Theater sind raumfressende Monster mit stetigem Ausbreitungsdrang. Notorisch leiden die Häuser, vielleicht mit Ausnahme der Opéra de la Bastille in Paris, unter permanenter Raumnot. In Bremen, wo sich das Mehrspartentheater am Goetheplatz in einem allzu engen Gehäuse zurechtrütteln musste, ist die Dramaturgie in besonderem Maße auf logistische Improvisationskünste...
