Zuhause in der Suspect Culture
Die Bühne des Schauspiels Magdeburg betritt «David Greig» wie ein überdrehter Conférencier. Als Passagier einer Boeing 777 plappert er, befeuert vom großzügig ausgeschenkten Whisky, gut gelaunt daher. Zum ersten Mal fliegt der Dramatiker in die USA, nach San Diego, wo im La Jolla Playhouse sein Stück «Die letzte Botschaft des Kosmonauten an die Frau, die er einst in der ehemaligen Sowjetunion liebte» herauskommt. Über die Stadt informiert er sich mittels eines Reiseführers. Trotz ihres hohen Lebensstandards werde sie seltsamerweise kaum zum Schauplatz fiktiver Handlungen gemacht.
Das ändert Greig mit «San Diego», in dem er sich erstmals als Figur selbst auf die Bühne bringt. In Magdeburg wird er von Wolfgang Vogler gespielt, und dessen anfängliche demonstrative Selbstzufriedenheit als Kommentator und Regisseur der eigenen Geschichte könnte nicht weiter vom realen David Greig entfernt sein.
Schottland – Profilierung durch Kultur
Der hebt selten einmal die Stimme und wirkt trotz seiner 37 Jahre immer noch wie ein ebenso wohlerzogener wie leicht verunsicherter Student. Auch ohne die ihm von Vogler zugeschriebene Extrovertiertheit agiert Greig jedoch derzeit als unermüdlicher ...
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