Das Aalen-Virus

Kann man mit nur sechs Schau­spielern im Ensemble Repertoiretheater machen? Man kann. Jedenfalls das dreiköpfige Leitungsteam des Theaters Aalen

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Premiere in Aalen, «Dilldap» am Sonntagnachmittag im Dezember, hin mit den Kindern, in die Märchenkomödie von Dorst und Ehler mit Igel, Schnecke, Perlhuhn und natür­lich einem Riesen, mit vielen, vielen Rollen und Ver­kleidungen. Doch «Dilldapp» in Aalen war einfach Brentanos Märchen. Um, in und unter einem schön schief gezimmerten Kasperlehäuschen spielten sich zwei Schauspieler mit ansteckend guter Laune durch die schlichte Fabel, mit Hilfe anmutiger Scherenschnitte, mächtiger Schattenrisse und hölzernem Esel. Dorsts Kinderstück wäre hier gar nicht zu besetzen gewesen.

Knallhart geprallt auf Aalener Theaterwirklich­keit: Das Ensemble besteht aus sechs Schauspielern! Beim Vorgänger waren es vier. Wie konnte Gründungsintendant Uwe Schoen mit vier Schauspielern die Stadt bespielen? Wie viele Schauspieler sind ein Ensemble? Frank Baumbauer sagte einst ,«wenn ich ‹Kabale und Liebe› besetzen kann.» Nun, Intendan­tin Simone Sterr kann «Clavigo» besetzen. Sie vergrößerte das Ensemble von vier auf sechs Schauspieler, um 50 Prozent. Sie war 32, das «anspruchs­volle Studiotheater» immerhin schon elf Jahre alt. Viele Aalener kannten es gar nicht: «Mir hen koi Theater.»

Rein in die Stadt, raus ...

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Theater heute April 2005
Rubrik: Lob der Provinz Aalen, Seite 22
von Ulrike Kahle

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