Das Glück der Deutschen
Adolf Hitler war ein verschrobener Kerl, dem die Hände zitterten. Andreas Baader war ein ungehobelter Macho, der gern mit Pistolen fuchtelte. Claus Graf Stauffenberg war ein Aristokrat der Tat, der beinahe das Schicksal ausgebremst hätte. Die DDR war ein dekadentes Funktionärsregime, in dem Kunst nur der Anbahnung von Sex diente. Die DDR war ein Paradies mit eingelegten Gurken, aus dem sich die Menschen nur durch den Sündenfall der Reisefreiheit vertrieben ließen. So war es.
War es so?
Der deutsche Film steht zwanzig Jahre nach der Wende von 1989 vor einem seltsamen Phänomen: Historische Stoffe, gerade auch solche aus der nahen Vergangenheit, prägen das Geschäft. Sobald der Branche zu Hitler nichts mehr einfällt, gibt es einen Film über «Hilde» (Hildegard Knef, Deutschlands erste Nachkriegsdiva, die es beinahe in Hollywood geschafft hätte). Wem «Der Untergang» nicht gereicht hat, der kann sich in «Anonyma – Eine Frau in Berlin» noch einmal die zerstörte Hauptstadt des «Dritten Reiches» als pittoreske Kulissenstadt vergegenwärtigen. Wer Oskar Schindlers gute Tat angesichts der Dimensionen der Shoa nicht allein seligmachend findet, kann in dem Geschäftsmann John Rabe, der in Shanghai ...
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Dreimal genäht hält besser, mag sich Nina Ender gedacht haben, als sie den Alptraum des Wissens in gleich drei Fälle gebannt hat, die sie lebens- und erzähltechnisch aufwändig verknüpft. Die Französischlehrerin Paula hatte eine Spätabtreibung wegen einer Trisomie-21-Diagnose, die sie gehörig aus der psychischen Bahn wirft. Schlimm. Außerdem ist sie mit einem...
Dass 170 Jahre längst nicht reichen, den Menschen grundlegend zu ändern, beweist Gogols «Revisor» immer wieder aufs Hübscheste. Die satirische Farce von 1836, in der ein staatlicher Überprüfer angekündigt und gerüchtehalber mit einem durchreisenden Hallodri verwechselt wird, was dem verdutzten, sich aber schnell zum Herrn der Lage aufschwingenden Touristen...
Es gibt Menschen, die sagen zu ihrer Frau «Mutti». Und es gibt Menschen, die müssen zu ihrer Frau nicht mal «Mutti» sagen, es stimmt auch so. Solche Menschen hat das Leben so nah zusammengeführt, dass ihnen vor nichts mehr graust. Schon gar nicht vor ihren Liebsten.
Gretschke und Mechthild beispielsweise, die sich gerne in Niederlausitzer Mundart unterhalten, ein...
