Happy End nicht vorgesehen
Gegen das Vergessen!» – so lautete einst der Leitgedanke der künstlerischen Auseinandersetzungen mit Faschismus, Holocaust und dem Zweiten Weltkrieg. Es ist ein Appell, dem die bleierne Zeit der fünfziger Jahre wie ein Negativabdruck eingeschrieben ist, weil sich das Ausrufezeichen gegen eine Gesellschaft wandte, die sich nicht erinnern wollte – zum übergroßen Teil aus dem Grund, dass man selbst noch allzu genau Bescheid wusste, schließlich war man dabeigewesen.
Im Pathos der Parole «Gegen das Vergessen!» kommt deshalb auch eine Angst zum Ausdruck, die alles andere als unbegründet war: Wenn nicht entgegen dem Druck zur allgemeinen Verdrängung an die Verbrechen und Schreckenstaten erinnert würde, dann würden diese schon bald aus der Geschichtsschreibung des «Täterlandes» verschwinden. Noch in den Siebzigern war dies eine ganz reale Sorge.
Heute, über 60 Jahre nach Kriegsende, belegt ein Blick ins Fernsehprogramm vermeintlich das glatte Gegenteil. So viel Erinnern war nie: Eine Geschichtsdokumentation nach der anderen beschäftigt sich mit Hitlers Umfeld (auch wenn es die in diesem Kontext oft spöttisch zitierte Folge «Hitlers Hunde» noch nicht gegeben hat), und ein «Eventfilm» ...
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Eine halbe Stunde vor der Premiere von Maxim Gorkis Szenen aus der Tiefe, «Unten», trifft man Ernst Stötzner mit einem Blumenstrauß im Arm an der Drehtür des Hotels «Reichshof» gleich neben dem Hamburger Schauspielhaus. «Ist was?», reagiert er fidel auf erstaunte Blicke. Kurz vor Beginn des ebenfalls von Jürgen Gosch inszenierten Düsseldorfer «Macbeth» zur...
Topfpflanzen. Ein Wald aus eingetopften, aber riesenhaften Büschen, zwei bis drei Meter hoch mindestens. Die Bühnenbildnerin Katrin Brack, die dem Ganzen im Theater immer mit einer einzigen Idee begegnet, hat für Luk Percevals Inszenierung von Arthur Millers «Tod eines Handlungsreisenden» das Dschungelmotiv mit dem der häuslichen Grünpflanze gekreuzt. Vorne Sofa...
Irgendwann am Eröffnungsabend sagte der neue Intendant, er wolle «kein hippes Theater» machen. Mit Blick auf das Mitte-Völkchen aus Kunst, Politik und Journaille, das sich währenddessen im lichtergeschmückten Garten des Maxim Gorki Theaters tummelte, zwischen zehn Premieren an sechs Spielorten hin- und herschwirrte und sich pudelwohl zu fühlen schien, klang das...
