Highway zum Himmel

Jetzt wird auch in der Berliner Staatsoper gezittert. In «vsprs» ist Alain Platel der Hoffnungslosigkeit auf der Spur

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Es ist umsonst. Egal, was der Tänzer im blauen Ringelshirt mit dem Laib Brot in der Hand auch anstellt, es wird ihn nicht satt machen. Er drückt das Brot kräftig an seine Brust, klemmt es sich unters Kinn, versucht es mit geballter Kraft zu brechen, bis er schließlich mit seinen Fingernägeln auf ihm herum kratzt, dass es einem kalt den Rücken runter läuft. Irgendwie gelingt es ihm doch noch, ein Stück davon abzubeißen, nur um es sofort wieder auszuspucken. – Was der Tänzer Elie Tass zu Beginn von Alain Platels neuem Stück «vsprs» ausspuckt, ist jedoch nicht nur das Brot.

Es ist zugleich ganz symbolkräftig der Leib Christi und mit ihm der Glaube und die Bindung an ein höheres Wesen und seinen Wertekanon. Die Tänzer werden beides während der drauffolgenden 100 Minuten, die das Stück an der Berliner Staatsoper Unter den Linden dauert, nicht wieder gewinnen. 

Während Tass mit den Requisiten der Eucharistie kämpft, zieht sich neben ihm der Tänzer Ross McCormack blitzschnell aus. Er strampelt die Schuhe weg und wirft seine Anzugshose zur Seite (Kostüme: Lies van Assche), wobei er einen regelrechten Veitstanz aufführt, der typisch ist für die Bewegungssprache des Stücks. Rosalba Torres ...

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Theater heute April 2006
Rubrik: Tanz- und Musiktheater, Seite 28
von Gerald Siegmund

Vergriffen
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