Achtung, Rollatoren-Rowdys!
Wo Löhle drauf steht, kann auch Loriot drin sein. Im neuen Stück des hochproduktiven Wahl-Berliners geht ein frischgebackener Rentner seiner Gattin mit seiner neuen Dauerpräsenz gehörig auf die Nerven, was zu folgendem Dialog führt: «Was machst du da?» «Ich? Nix. Wieso?» «Ist dir langweilig?» «Wie kommst du darauf?» «Schau dir mal zu.» «Ich lümmle.» «Du lümmelst.» «Ja.» «Also ist dir doch langweilig.» Wer da nicht sofort Evelyn Hamann selig und Vicco von Bülow vor Augen hat, muss «Pappa ante portas» verpasst haben.
Beziehungsweise zu der Minderheit gehören, die weder Rentner ist noch verrentete Eltern hat. Denn Filmklassiker hin, Klischee her – solche Dialoge existieren nun mal, und schon deshalb kann man sie kaum anders schreiben als Loriot. Zumal, wenn man wie Löhle von deprimierenden Sozialstudien so weit entfernt ist wie Herbert Grönemeyer von Death Metal und dann auch noch ein Auftragswerk für das Theater Baden-Baden schreibt. In der Kurstadt an der Oos ist Löhle aufgewachsen, am dortigen Theater hat er nach dem Studium zwei Jahre als Regieassistent gearbeitet. Sein Angebot einer klaren Geschichte mit hohem Unterhaltungs- und Wiedererkennungsfaktor wird von der Inszenierung von ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Zwei Männer auf Segeltörn, auf dem trunkenen Schiff: Der Eine und Der Andere. Wir vermuten, dass das nur zwei Namen sind für ein- und denselben, nämlich den Autor. Jon Fosse schreibt hier sein poetologisches Programm als Stück auf. Könnte man sagen. Ziemlich kurze Pause. Vielleicht auch nicht. Pause. Oder doch. Kurze Pause.
Nach diesem Abend fühlt man sich gleich...
Die Szene ist ein Restaurant am Abend. Draußen, vor dem großen Schaufenster, prügelt ein Mann auf eine Frau ein. Alle schauen hin – keiner macht was. Aber jeder sagt was anderes dazu. An elf Tischen verstummt für einen Moment die Unterhaltung, um dann das Ereignis zu bewerten oder eigenes Nichthandeln zu erklären. Da ist zum Beispiel die ältere Dame von auswärts,...
Allmählich ist es eine Frage wie beim Huhn und beim Ei: Wurden zuerst die neuen Stücke so kurz, dass man beschloss, sie in Festivals zusammenzupacken, oder wurden die Stücke wegen des wachsenden Festivalmarktes immer kürzer? Bei der zweiten Auflage der «Schlaglichter» am Staatstheater Karlsruhe jedenfalls brachten sieben Ur- und Erstaufführungen insgesamt eine...
