«Ich bin die Mauer»
Die Jahre zwischen 1977 und 1980 waren die krisenhafteste Zeit seines Lebens. Im Oktober 1976 war er von einem Wien-Aufenthalt anlässlich einer Inszenierung am Burgtheater nicht mehr in die DDR zurückgekehrt. Im März 1977 wird seine Freundin Gabriele Gerecke bei einem Fluchtversuch an der innerdeutschen Grenze festgenommen und zu drei Jahren Haft im berüchtigten Frauenzuchthaus Hoheneck verurteilt. Schleefs Versuche, im Westen mit diversen Theaterprojekten Fuß zu fassen, scheitern allesamt.
Der «Hirni aus Sangerhausen» (Schleef über Schleef) driftet durch die Bundesrepublik; immer dabei das Tagebuch, als einziger Vertrauter und Speicherort seiner Obsessionen, ergänzt um zahlreiche eingefügte Erinnerungen und Reflexionen aus Schleefs letzten Lebensjahren, als er noch einmal intensiv an dieser exzessiven Ich-Erzählung arbeitete.
Nicht wirklich fort, nicht wirklich angekommen: Schleef bleibt im Niemandsland zwischen Ost und West. Träume, Entwürfe für Texte, Zeitungsmeldungen finden sich in dieser verästelten Collage neben Konflikten und Depressionen, niemals glücklichen Freundschaften und durchgängig verkorksten Frauenbeziehungen; alles von Schleef mit erschütternd präzisem Blick und ...
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Mutterliebe ist ein Konstrukt», konstatierte im «Spiegel» schnöde Elisabeth Bronfen, Expertin für Gender-Fragen – ein Kommentar von vielen, in der Regel erheblich rührseligeren zum Thema Kindsmord, das nicht nur die Vermischten Seiten zur Adventszeit füllte. Acht tote Kinder in Darry und Plauen, von den eigenen Müttern getötet, im Wahn, aus sozialer Verwahrlosung,...
Der Theaterkritik geht es nicht wirklich gut. Das tut mir leid. Vielleicht ist sie überarbeitet? Oder überfordert? Bin ich vielleicht daran schuld? Vielleicht sollten wir sie ein wenig in Ruhe lassen, damit sie wieder zu sich kommt. Legen Sie also ganz behutsam dieses Heft weg. Weit weg. Lesen Sie nicht mehr weiter. Wenn Sie ein Abo haben, sollten Sie es vielleicht...
